Proverbiorum 7
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1[Fili mi, custodi sermones meos, et præcepta mea reconde tibi. Fili,
1Mein Kind, behalte meine Rede und verbirg meine Gebote bei dir.
2serva mandata mea, et vives; et legem meam quasi pupillam oculi tui:
2Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und mein Gesetz wie deinen Augapfel.
3liga eam in digitis tuis, scribe illam in tabulis cordis tui.
3Binde sie an deine Finger; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
4Dic sapientiæ: Soror mea es, et prudentiam voca amicam tuam:
4Sprich zur Weisheit: “Du bist meine Schwester”, und nenne die Klugheit deine Freundin,
5ut custodiant te a muliere extranea, et ab aliena quæ verba sua dulcia facit.
5daß du behütet werdest vor dem fremden Weibe, vor einer andern, die glatte Worte gibt.
6De fenestra enim domus meæ per cancellos prospexi,
6Denn am Fenster meines Hauses guckte ich durchs Gitter
7et video parvulos; considero vecordem juvenem,
7und sah unter den Unverständigen und ward gewahr unter den Kindern eines törichten Jünglings,
8qui transit per plateam juxta angulum et prope viam domus illius graditur:
8der ging auf der Gasse an einer Ecke und trat daher auf dem Wege bei ihrem Hause,
9in obscuro, advesperascente die, in noctis tenebris et caligine.
9in der Dämmerung, am Abend des Tages, da es Nacht ward und dunkel war.
10Et ecce occurrit illi mulier ornatu meretricio, præparata ad capiendas animas: garrula et vaga,
10Und siehe, da begegnete ihm ein Weib im Hurenschmuck, listig,
11quietis impatiens, nec valens in domo consistere pedibus suis;
11wild und unbändig, daß ihr Füße in ihrem Hause nicht bleiben können.
12nunc foris, nunc in plateis, nunc juxta angulos insidians.
12Jetzt ist sie draußen, jetzt auf der Gasse, und lauert an allen Ecken.
13Apprehensumque deosculatur juvenem, et procaci vultu blanditur, dicens:
13Und erwischte ihn und küßte ihn unverschämt und sprach zu ihm:
14Victimas pro salute vovi; hodie reddidi vota mea:
14Ich habe Dankopfer für mich heute bezahlt für meine Gelübde.
15idcirco egressa sum in occursum tuum, desiderans te videre, et reperi.
15Darum bin herausgegangen, dir zu begegnen, dein Angesicht zu suchen, und habe dich gefunden.
16Intexui funibus lectulum meum; stravi tapetibus pictis ex Ægypto:
16Ich habe mein Bett schön geschmückt mit bunten Teppichen aus Ägypten.
17aspersi cubile meum myrrha, et aloë, et cinnamomo.
17Ich habe mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt besprengt.
18Veni, inebriemur uberibus, et fruamur cupitis amplexibus donec illucescat dies.
18Komm, laß und buhlen bis an den Morgen und laß und der Liebe pflegen.
19Non est enim vir in domo sua: abiit via longissima:
19Denn der Mann ist nicht daheim; er ist einen fernen Weg gezogen.
20sacculum pecuniæ secum tulit; in die plenæ lunæ reversurus est in domum suam.
20Er hat den Geldsack mit sich genommen; er wird erst aufs Fest wieder heimkommen.
21Irretivit eum multis sermonibus, et blanditiis labiorum protraxit illum.
21Sie überredete ihn mit vielen Worten und gewann ihn mit ihrem glatten Munde.
22Statim eam sequitur quasi bos ductus ad victimam, et quasi agnus lasciviens, et ignorans quod ad vincula stultus trahatur:
22Er folgt ihr alsbald nach, wie ein Ochse zur Fleischbank geführt wird, und wie zur Fessel, womit man die Narren züchtigt,
23donec transfigat sagitta jecur ejus, velut si avis festinet ad laqueum, et nescit quod de periculo animæ illius agitur.
23bis sie ihm mit dem Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel zum Strick eilt und weiß nicht, daß es ihm sein Leben gilt.
24Nunc ergo, fili mi, audi me, et attende verbis oris mei.
24So gehorchet mir nun, meine Kinder, und merket auf die Rede meines Mundes.
25Ne abstrahatur in viis illius mens tua, neque decipiaris semitis ejus;
25Laß dein Herz nicht weichen auf ihren Weg und laß dich nicht verführen auf ihrer Bahn.
26multos enim vulneratos dejecit, et fortissimi quique interfecti sunt ab ea.
26Denn sie hat viele verwundet und gefällt, und sind allerlei Mächtige von ihr erwürgt.
27Viæ inferi domus ejus, penetrantes in interiora mortis.]
27Ihr Haus sind Wege zum Grab, da man hinunterfährt in des Todes Kammern.
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