Ecclesiastes 1
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Verba Ecclesiastæ, filii David, regis Jerusalem.
1Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.
2[Vanitas vanitatum, dixit Ecclesiastes; vanitas vanitatum, et omnia vanitas.
2Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.
3Quid habet amplius homo de universo labore suo quo laborat sub sole?]
3Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?
4[Generatio præterit, et generatio advenit; terra autem in æternum stat.
4Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich.
5Oritur sol et occidit, et ad locum suum revertitur; ibique renascens,
5Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, daß sie wieder daselbst aufgehe.
6gyrat per meridiem, et flectitur ad aquilonem. Lustrans universa in circuitu pergit spiritus, et in circulos suos revertitur.
6Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.
7Omnia flumina intrant in mare, et mare non redundat; ad locum unde exeunt flumina revertuntur ut iterum fluant.
7Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin.
8Cunctæ res difficiles; non potest eas homo explicare sermone. Non saturatur oculus visu, nec auris auditu impletur.
8Es sind alle Dinge so voll Mühe, daß es niemand ausreden kann. Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.
9Quid est quod fuit? Ipsum quod futurum est. Quid est quod factum est? Ipsum quod faciendum est.
9Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.
10Nihil sub sole novum, nec valet quisquam dicere: Ecce hoc recens est: jam enim præcessit in sæculis quæ fuerunt ante nos.
10Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.
11Non est priorum memoria; sed nec eorum quidem quæ postea futura sunt erit recordatio apud eos qui futuri sunt in novissimo.]
11Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden.
12[Ego Ecclesiastes fui rex Israël in Jerusalem;
12Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem
13et proposui in animo meo quærere et investigare sapienter de omnibus quæ fiunt sub sole. Hanc occupationem pessimam dedit Deus filiis hominum, ut occuparentur in ea.
13und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, daß sie sich darin müssen quälen.
14Vidi cuncta quæ fiunt sub sole, et ecce universa vanitas et afflictio spiritus.
14Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
15Perversi difficile corriguntur, et stultorum infinitus est numerus.
15Krumm kann nicht schlicht werden noch, was fehlt, gezählt werden.
16Locutus sum in corde meo, dicens: Ecce magnus effectus sum, et præcessi omnes sapientia qui fuerunt ante me in Jerusalem; et mens mea contemplata est multa sapienter, et didici.
16Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.
17Dedique cor meum ut scirem prudentiam atque doctrinam, erroresque et stultitiam; et agnovi quod in his quoque esset labor et afflictio spiritus:
17Und richtete auch mein Herz darauf, daß ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, daß solches auch Mühe um Wind ist.
18eo quod in multa sapientia multa sit indignatio; et qui addit scientiam, addit et laborem.]
18Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muß viel leiden.
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