Ecclesiastes
Chapter 3

Ecclesiastes

Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Ecclesiastes 3

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1[Omnia tempus habent, et suis spatiis transeunt universa sub cælo.
1Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
2Tempus nascendi, et tempus moriendi; tempus plantandi, et tempus evellendi quod plantatum est.
2Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,
3Tempus occidendi, et tempus sanandi; tempus destruendi, et tempus ædificandi.
3würgen und heilen, brechen und bauen,
4Tempus flendi, et tempus ridendi; tempus plangendi, et tempus saltandi.
4weinen und lachen, klagen und tanzen,
5Tempus spargendi lapides, et tempus colligendi, tempus amplexandi, et tempus longe fieri ab amplexibus.
5Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen,
6Tempus acquirendi, et tempus perdendi; tempus custodiendi, et tempus abjiciendi.
6suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,
7Tempus scindendi, et tempus consuendi; tempus tacendi, et tempus loquendi.
7zerreißen und zunähen, schweigen und reden,
8Tempus dilectionis, et tempus odii; tempus belli, et tempus pacis.]
8lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.
9[Quid habet amplius homo de labore suo?
9Man arbeite, wie man will, so hat man doch keinen Gewinn davon.
10Vidi afflictionem quam dedit Deus filiis hominum, ut distendantur in ea.
10Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie darin geplagt werden.
11Cuncta fecit bona in tempore suo, et mundum tradidit disputationi eorum, ut non inveniat homo opus quod operatus est Deus ab initio usque ad finem.
11Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und läßt ihr Herz sich ängsten, wie es gehen solle in der Welt; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
12Et cognovi quod non esset melius nisi lætari, et facere bene in vita sua;
12Darum merkte ich, daß nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
13omnis enim homo qui comedit et bibit, et videt bonum de labore suo, hoc donum Dei est.
13Denn ein jeglicher Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.
14Didici quod omnia opera quæ fecit Deus perseverent in perpetuum; non possumus eis quidquam addere, nec auferre, quæ fecit Deus ut timeatur.
14Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht immer: man kann nichts dazutun noch abtun; und solches tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.
15Quod factum est, ipsum permanet; quæ futura sunt jam fuerunt, et Deus instaurat quod abiit.]
15Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.
16[Vidi sub sole in loco judicii impietatem, et in loco justitiæ iniquitatem:
16Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts, da war ein gottlos Wesen, und Stätten der Gerechtigkeit, da waren Gottlose.
17et dixi in corde meo: Justum et impium judicabit Deus, et tempus omnis rei tunc erit.
17Da dachte ich in meinem Herzen: Gott muß richten den Gerechten und den Gottlosen; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke.
18Dixi in corde meo de filiis hominum, ut probaret eos Deus, et ostenderet similes esse bestiis.
18Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf daß Gott sie prüfe und sie sehen, daß sie an sich selbst sind wie das Vieh.
19Idcirco unus interitus est hominis et jumentorum, et æqua utriusque conditio. Sicut moritur homo, sic et illa moriuntur. Similiter spirant omnia, et nihil habet homo jumento amplius: cuncta subjacent vanitati,
19Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.
20et omnia pergunt ad unum locum. De terra facta sunt, et in terram pariter revertuntur.
20Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.
21Quis novit si spiritus filiorum Adam ascendat sursum, et si spiritus jumentorum descendat deorsum?
21Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?
22Et deprehendi nihil esse melius quam lætari hominem in opere suo, et hanc esse partem illius. Quis enim eum adducet ut post se futura cognoscat?]
22So sah ich denn, daß nichts Besseres ist, als daß ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, daß er sehe, was nach ihm geschehen wird?

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