Proverbiorum
Chapter 30
Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Proverbiorum 30

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Verba Congregantis, filii Vomentis. Visio quam locutus est vir cum quo est Deus, et qui Deo secum morante confortatus, ait:
1Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Lehre und Rede des Mannes: Ich habe mich gemüht, o Gott; ich habe mich gemüht, o Gott, und ablassen müssen.
2[Stultissimus sum virorum, et sapientia hominum non est mecum.
2Denn ich bin der allernärrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir;
3Non didici sapientiam, et non novi scientiam sanctorum.
3ich habe Weisheit nicht gelernt, daß ich den Heiligen erkennete.
4Quis ascendit in cælum, atque descendit? quis continuit spiritum in manibus suis? quis colligavit aquas quasi in vestimento? quis suscitavit omnes terminos terræ? quod nomen est ejus, et quod nomen filii ejus, si nosti?
4Wer fährt hinauf gen Himmel und herab? Wer faßt den Wind in seine Hände? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?
5Omnis sermo Dei ignitus: clypeus est sperantibus in se.
5Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.
6Ne addas quidquam verbis illius, et arguaris, inveniarisque mendax.
6Tue nichts zu seinen Worten, daß er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.
7Duo rogavi te: ne deneges mihi antequam moriar:
7Zweierlei bitte ich von dir; das wollest du mir nicht weigern, ehe ich denn sterbe:
8vanitatem et verba mendacia longe fac a me; mendicitatem et divitias ne dederis mihi: tribue tantum victui meo necessaria,
8Abgötterei und Lüge laß ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht, laß mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen.
9ne forte satiatus illiciar ad negandum, et dicam: Quis est Dominus? aut egestate compulsus, furer, et perjurem nomen Dei mei.
9Ich möchte sonst, wo ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HERR? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.
10Ne accuses servum ad dominum suum, ne forte maledicat tibi, et corruas.]
10Verleumde den Knecht nicht bei seinem Herrn, daß er dir nicht fluche und du die Schuld tragen müssest.
11[Generatio quæ patri suo maledicit, et quæ matri suæ non benedicit;
11Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;
12generatio quæ sibi munda videtur, et tamen non est lota a sordibus suis;
12eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen;
13generatio cujus excelsi sunt oculi, et palpebræ ejus in alta surrectæ;
13eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhält;
14generatio quæ pro dentibus gladios habet, et commandit molaribus suis, ut comedat inopes de terra, et pauperes ex hominibus.
14eine Art, die Schwerter für Zähne hat und Messer für Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.
15Sanguisugæ duæ sunt filiæ, dicentes: Affer, affer. Tria sunt insaturabilia, et quartum quod numquam dicit: Sufficit.
15Blutegel hat zwei Töchter: Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und das vierte spricht nicht: Es ist genug:
16Infernus, et os vulvæ, et terra quæ non satiatur aqua: ignis vero numquam dicit: Sufficit.
16die Hölle, der Frauen verschlossenen Mutter, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer spricht nicht: Es ist genug.
17Oculum qui subsannat patrem, et qui despicit partum matris suæ, effodiant eum corvi de torrentibus, et comedant eum filii aquilæ !]
17Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.
18[Tria sunt difficilia mihi, et quartum penitus ignoro:
18Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht:
19viam aquilæ in cælo, viam colubri super petram, viam navis in medio mari, et viam viri in adolescentia.
19des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf einem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Jungfrau.
20Talis est et via mulieris adulteræ, quæ comedit, et tergens os suum dicit: Non sum operata malum.
20Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlingt und wischt ihr Maul und spricht: Ich habe kein Böses getan.
21Per tria movetur terra, et quartum non potest sustinere:
21Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte kann es nicht ertragen:
22per servum, cum regnaverit; per stultum, cum saturatus fuerit cibo;
22ein Knecht, wenn er König wird; ein Narr, wenn er zu satt ist;
23per odiosam mulierem, cum in matrimonio fuerit assumpta; et per ancillam, cum fuerit hæres dominæ suæ.]
23eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihrer Frau Erbin wird.
24[Quatuor sunt minima terræ, et ipsa sunt sapientiora sapientibus:
24Vier sind klein auf Erden und klüger denn die Weisen:
25formicæ, populus infirmus, qui præparat in messe cibum sibi;
25die Ameisen, ein schwaches Volk; dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise,
26lepusculus, plebs invalida, qui collocat in petra cubile suum;
26Kaninchen, ein schwaches Volk; dennoch legt es sein Haus in den Felsen,
27regem locusta non habet, et egreditur universa per turmas suas;
27Heuschrecken, haben keinen König; dennoch ziehen sie aus ganz in Haufen,
28stellio manibus nititur, et moratur in ædibus regis.
28die Spinne, wirkt mit ihren Händen und ist in der Könige Schlössern.
29Tria sunt quæ bene gradiuntur, et quartum quod incedit feliciter:
29Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte geht wohl:
30leo, fortissimus bestiarum, ad nullius pavebit occursum;
30der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt nicht um vor jemand;
31gallus succinctus lumbos; et aries; nec est rex, qui resistat ei.
31ein Windhund von guten Lenden, und ein Widder, und ein König, wider den sich niemand legen darf.
32Est qui stultus apparuit postquam elevatus est in sublime; si enim intellexisset, ori suo imposuisset manum.
32Bist du ein Narr gewesen und zu hoch gefahren und hast Böses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul.
33Qui autem fortiter premit ubera ad eliciendum lac exprimit butyrum; et qui vehementer emungit elicit sanguinem; et qui provocat iras producit discordias.]
33Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.

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