Proverbiorum
Chapter 19
Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Proverbiorum 19

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1[Melior est pauper qui ambulat in simplicitate sua quam dives torquens labia sua, et insipiens.
1Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.
2Ubi non est scientia animæ, non est bonum, et qui festinus est pedibus offendet.
2Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht's nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.
3Stultitia hominis supplantat gressus ejus, et contra Deum fervet animo suo.
3Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.
4Divitiæ addunt amicos plurimos; a paupere autem et hi quos habuit separantur.
4Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.
5Testis falsus non erit impunitus, et qui mendacia loquitur non effugiet.
5Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.
6Multi colunt personam potentis, et amici sunt dona tribuentis.
6Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.
7Fratres hominis pauperis oderunt eum; insuper et amici procul recesserunt ab eo.] [Qui tantum verba sectatur nihil habebit;
7Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verläßt, dem wird nichts.
8qui autem possessor est mentis diligit animam suam, et custos prudentiæ inveniet bona.
8Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.
9Falsus testis non erit impunitus, et qui loquitur mendacia peribit.
9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.
10Non decent stultum deliciæ, nec servum dominari principibus.
10Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.
11Doctrina viri per patientiam noscitur, et gloria ejus est iniqua prætergredi.
11Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, daß er Untugend überhören kann.
12Sicut fremitus leonis, ita et regis ira, et sicut ros super herbam, ita et hilaritas ejus.
12Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.
13Dolor patris filius stultus, et tecta jugiter perstillantia litigiosa mulier.
13Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.
14Domus et divitiæ dantur a parentibus; a Domino autem proprie uxor prudens.
14Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HERRN.
15Pigredo immittit soporem, et anima dissoluta esuriet.
15Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.
16Qui custodit mandatum custodit animam suam; qui autem negligit viam suam mortificabitur.
16Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.
17Fœneratur Domino qui miseretur pauperis, et vicissitudinem suam reddet ei.
17Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
18Erudi filium tuum; ne desperes: ad interfectionem autem ejus ne ponas animam tuam.
18Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber laß deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.
19Qui impatiens est sustinebit damnum, et cum rapuerit, aliud apponet.
19Großer Grimm muß Schaden leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.
20Audi consilium, et suscipe disciplinam, ut sis sapiens in novissimis tuis.
20Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, daß du hernach weise seiest.
21Multæ cogitationes in corde viri; voluntas autem Domini permanebit.
21Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HERRN besteht.
22Homo indigens misericors est, et melior est pauper quam vir mendax.
22Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.
23Timor Domini ad vitam, et in plenitudine commorabitur absque visitatione pessima.]
23Die Furcht des HERRN fördert zum Leben, und wird satt bleiben, daß kein Übel sie heimsuchen wird.
24[Abscondit piger manum suam sub ascella, nec ad os suum applicat eam.
24Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.
25Pestilente flagellato stultus sapientior erit; si autem corripueris sapientem, intelliget disciplinam.
25Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.
26Qui affligit patrem, et fugat matrem, ignominiosus est et infelix.
26Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.
27Non cesses, fili, audire doctrinam, nec ignores sermones scientiæ.
27Laß ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.
28Testis iniquus deridet judicium, et os impiorum devorat iniquitatem.
28Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.
29Parata sunt derisoribus judicia, et mallei percutientes stultorum corporibus.]
29Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.

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