Proverbiorum
Chapter 27
Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
Aa
Text size
Line width
Verse numbers

Proverbiorum 27

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1[Ne glorieris in crastinum, ignorans quid superventura pariat dies.
1Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.
2Laudet te alienus, et non os tuum; extraneus, et non labia tua.
2Laß dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.
3Grave est saxum, et onerosa arena, sed ira stulti utroque gravior.
3Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.
4Ira non habet misericordiam nec erumpens furor, et impetum concitati ferre quis poterit?
4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?
5Melior est manifesta correptio quam amor absconditus.
5Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.
6Meliora sunt vulnera diligentis quam fraudulenta oscula odientis.
6Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.
7Anima saturata calcabit favum, et anima esuriens etiam amarum pro dulci sumet.
7Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.
8Sicut avis transmigrans de nido suo, sic vir qui derelinquit locum suum.
8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.
9Unguento et variis odoribus delectatur cor, et bonis amici consiliis anima dulcoratur.]
9Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.
10[Amicum tuum et amicum patris tui ne dimiseris, et domum fratris tui ne ingrediaris in die afflictionis tuæ. Melior est vicinus juxta quam frater procul.
10Deinen Freund und deines Vaters Freund verlaß nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.
11Stude sapientiæ, fili mi, et lætifica cor meum, ut possis exprobranti respondere sermonem.
11Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.
12Astutus videns malum, absconditus est: parvuli transeuntes sustinuerunt dispendia.
12Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.
13Tolle vestimentum ejus qui spopondit pro extraneo, et pro alienis aufer ei pignus.
13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.
14Qui benedicit proximo suo voce grandi, de nocte consurgens maledicenti similis erit.
14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.
15Tecta perstillantia in die frigoris et litigiosa mulier comparantur.
15Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.
16Qui retinet eam quasi qui ventum teneat, et oleum dexteræ suæ vocabit.
16Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.
17Ferrum ferro exacuitur, et homo exacuit faciem amici sui.
17Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.
18Qui servat ficum comedet fructus ejus, et qui custos est domini sui glorificabitur.
18Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der ißt Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.
19Quomodo in aquis resplendent vultus prospicientium, sic corda hominum manifesta sunt prudentibus.
19Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.
20Infernus et perditio numquam implentur: similiter et oculi hominum insatiabiles.
20Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.
21Quomodo probatur in conflatorio argentum et in fornace aurum, sic probatur homo ore laudantis. Cor iniqui inquirit mala, cor autem rectum inquirit scientiam.
21Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.
22Si contuderis stultum in pila quasi ptisanas feriente desuper pilo, non auferetur ab eo stultitia ejus.]
22Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.
23[Diligenter agnosce vultum pecoris tui, tuosque greges considera:
23Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.
24non enim habebis jugiter potestatem, sed corona tribuetur in generationem et generationem.
24Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.
25Aperta sunt prata, et apparuerunt herbæ virentes, et collecta sunt fœna de montibus.
25Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.
26Agni ad vestimentum tuum, et hædi ad agri pretium.
26Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.
27Sufficiat tibi lac caprarum in cibos tuos, et in necessaria domus tuæ, et ad victum ancillis tuis.]
27Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.

Tip: use the ← and → keys to turn chapters.