Psalmorum 10
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1In finem. Psalmus David.
1HERR, warum trittst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?
2[In Domino confido; quomodo dicitis animæ meæ: Transmigra in montem sicut passer?
2Weil der Gottlose Übermut treibt, muß der Elende leiden; sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke.
3Quoniam ecce peccatores intenderunt arcum; paraverunt sagittas suas in pharetra, ut sagittent in obscuro rectos corde:
3Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, und der Geizige sagt dem Herrn ab und lästert ihn.
4quoniam quæ perfecisti destruxerunt; justus autem, quid fecit?
4Der Gottlose meint in seinem Stolz, er frage nicht darnach; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts.
5Dominus in templo sancto suo; Dominus in cælo sedes ejus. Oculi ejus in pauperem respiciunt; palpebræ ejus interrogant filios hominum.
5Er fährt fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden.
6Dominus interrogat justum et impium; qui autem diligit iniquitatem, odit animam suam.
6Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr darniederliegen; es wird für und für keine Not haben.
7Pluet super peccatores laqueos; ignis et sulphur, et spiritus procellarum, pars calicis eorum.
7Sein Mund ist voll Fluchens, Falschheit und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an.
8Quoniam justus Dominus, et justitias dilexit: æquitatem vidit vultus ejus.]
8Er sitzt und lauert in den Dörfern; er erwürgt die Unschuldigen heimlich; seine Augen spähen nach dem Armen.
no verse 9 in this text
9Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, daß er den Elenden erhasche, und er hascht ihn, wenn er ihn in sein Netz zieht.
no verse 10 in this text
10Er zerschlägt und drückt nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt.
no verse 11 in this text
11Er spricht in seinem Herzen: Gott hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen.
no verse 12 in this text
12Stehe auf, HERR; Gott, erhebe deine Hand; vergiß der Elenden nicht!
no verse 13 in this text
13Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragest nicht darnach?
no verse 14 in this text
14Du siehest ja, denn du schauest das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlens's dir; du bist der Waisen Helfer.
no verse 15 in this text
15Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche heim das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden.
no verse 16 in this text
16Der HERR ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen.
no verse 17 in this text
17Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket,
no verse 18 in this text
18daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.
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