Hiob 30
Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1Nun aber lachen sie mein, die jünger sind denn ich, deren Väter ich verachtet hätte, sie zu stellen unter meine Schafhunde;
1[Nunc autem derident me juniores tempore, quorum non dignabar patres ponere cum canibus gregis mei:
2deren Vermögen ich für nichts hielt; die nicht zum Alter kommen konnten;
2quorum virtus manuum mihi erat pro nihilo, et vita ipsa putabantur indigni:
3die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdarben und elend wurden;
3egestate et fame steriles, qui rodebant in solitudine, squallentes calamitate et miseria.
4die da Nesseln ausraufen um die Büsche, und Ginsterwurzel ist ihre Speise;
4Et mandebant herbas, et arborum cortices, et radix juniperorum erat cibus eorum:
5aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben, man schreit über sie wie über einen Dieb;
5qui de convallibus ista rapientes, cum singula reperissent, ad ea cum clamore currebant.
6in grausigen Tälern wohnen sie, in den Löchern der Erde und Steinritzen;
6In desertis habitabant torrentium, et in cavernis terræ, vel super glaream:
7zwischen den Büschen rufen sie, und unter den Disteln sammeln sie sich:
7qui inter hujuscemodi lætabantur, et esse sub sentibus delicias computabant:
8die Kinder gottloser und verachteter Leute, die man aus dem Lande weggetrieben.
8filii stultorum et ignobilium, et in terra penitus non parentes.
9Nun bin ich ihr Spottlied geworden und muß ihr Märlein sein.
9Nunc in eorum canticum versus sum, et factus sum eis in proverbium.
10Sie haben einen Greuel an mir und machen sich ferne von mir und scheuen sich nicht, vor meinem Angesicht zu speien.
10Abominantur me, et longe fugiunt a me, et faciem meam conspuere non verentur.
11Sie haben ihr Seil gelöst und mich zunichte gemacht und ihren Zaum vor mir abgetan.
11Pharetram enim suam aperuit, et afflixit me, et frenum posuit in os meum.
12Zur Rechten haben sich Buben wider mich gesetzt und haben meinen Fuß ausgestoßen und haben wider mich einen Weg gemacht, mich zu verderben.
12Ad dexteram orientis calamitates meæ illico surrexerunt: pedes meos subverterunt, et oppresserunt quasi fluctibus semitis suis.
13Sie haben meine Steige zerbrochen; es war ihnen so leicht, mich zu beschädigen, daß sie keiner Hilfe dazu bedurften.
13Dissipaverunt itinera mea; insidiati sunt mihi, et prævaluerunt: et non fuit qui ferret auxilium.
14Sie sind gekommen wie zu einer weiten Lücke der Mauer herein und sind ohne Ordnung dahergefallen.
14Quasi rupto muro, et aperta janua, irruerunt super me, et ad meas miserias devoluti sunt.
15Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit; und wie eine Wolke zog vorüber mein glückseliger Stand.
15Redactus sum in nihilum: abstulisti quasi ventus desiderium meum, et velut nubes pertransiit salus mea.
16Nun aber gießt sich aus meine Seele über mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.
16Nunc autem in memetipso marcescit anima mea, et possident me dies afflictionis.
17Des Nachts wird mein Gebein durchbohrt allenthalben; und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.
17Nocte os meum perforatur doloribus, et qui me comedunt, non dormiunt.
18Mit großer Gewalt werde ich anders und anders gekleidet, und ich werde damit umgürtet wie mit einem Rock.
18In multitudine eorum consumitur vestimentum meum, et quasi capito tunicæ succinxerunt me.
19Man hat mich in den Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und der Asche.
19Comparatus sum luto, et assimilatus sum favillæ et cineri.
20Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich.
20Clamo ad te, et non exaudis me: sto, et non respicis me.
21Du hast mich verwandelt in einen Grausamen und zeigst an mit der Stärke deiner Hand, daß du mir gram bist.
21Mutatus es mihi in crudelem, et in duritia manus tuæ adversaris mihi.
22Du hebst mich auf und lässest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kräftig.
22Elevasti me, et quasi super ventum ponens; elisisti me valide.
23Denn ich weiß du wirst mich dem Tod überantworten; da ist das bestimmte Haus aller Lebendigen.
23Scio quia morti trades me, ubi constituta est domus omni viventi.
24Aber wird einer nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien vor seinem Verderben?
24Verumtamen non ad consumptionem eorum emittis manum tuam: et si corruerint, ipse salvabis.
25Ich weinte ja über den, der harte Zeit hatte; und meine Seele jammerte der Armen.
25Flebam quondam super eo qui afflictus erat, et compatiebatur anima mea pauperi.
26Ich wartete des Guten, und es kommt das Böse; ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.
26Expectabam bona, et venerunt mihi mala: præstolabar lucem, et eruperunt tenebræ.
27Meine Eingeweide sieden und hören nicht auf; mich hat überfallen die elende Zeit.
27Interiora mea efferbuerunt absque ulla requie: prævenerunt me dies afflictionis.
28Ich gehe schwarz einher, und brennt mich doch die Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.
28Mœrens incedebam sine furore; consurgens, in turba clamabam.
29Ich bin ein Bruder der Schakale und ein Geselle der Strauße.
29Frater fui draconum, et socius struthionum.
30Meine Haut über mir ist schwarz geworden, und meine Gebeine sind verdorrt vor Hitze.
30Cutis mea denigrata est super me, et ossa mea aruerunt præ caumate.
31Meine Harfe ist eine Klage geworden und meine Flöte ein Weinen.
31Versa est in luctum cithara mea, et organum meum in vocem flentium.]
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