Hiob 24
Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1Warum sind von dem Allmächtigen nicht Zeiten vorbehalten, und warum sehen, die ihn kennen, seine Tage nicht?
1[Ab Omnipotente non sunt abscondita tempora: qui autem noverunt eum, ignorant dies illius.
2Man verrückt die Grenzen, raubt die Herde und weidet sie.
2Alii terminos transtulerunt; diripuerunt greges, et paverunt eos.
3Sie treiben der Waisen Esel weg und nehmen der Witwe Ochsen zum Pfande.
3Asinum pupillorum abegerunt, et abstulerunt pro pignore bovem viduæ.
4Die Armen müssen ihnen weichen, und die Dürftigen im Lande müssen sich verkriechen.
4Subverterunt pauperum viam, et oppresserunt pariter mansuetos terræ.
5Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie hinaus an ihr Werk und suchen Nahrung; die Einöde gibt ihnen Speise für ihre Kinder.
5Alii quasi onagri in deserto egrediuntur ad opus suum: vigilantes ad prædam, præparant panem liberis.
6Sie ernten auf dem Acker, was er trägt, und lesen den Weinberg des Gottlosen.
6Agrum non suum demetunt, et vineam ejus, quem vi oppresserint, vindemiant.
7Sie liegen in der Nacht nackt ohne Gewand und haben keine Decke im Frost.
7Nudos dimittunt homines, indumenta tollentes, quibus non est operimentum in frigore:
8Sie müssen sich zu den Felsen halten, wenn ein Platzregen von den Bergen auf sie gießt, weil sie sonst keine Zuflucht haben.
8quos imbres montium rigant, et non habentes velamen, amplexantur lapides.
9Man reißt das Kind von den Brüsten und macht's zum Waisen und macht die Leute arm mit Pfänden.
9Vim fecerunt deprædantes pupillos, et vulgum pauperem spoliaverunt.
10Den Nackten lassen sie ohne Kleider gehen, und den Hungrigen nehmen sie die Garben.
10Nudis et incedentibus absque vestitu, et esurientibus tulerunt spicas.
11Sie zwingen sie, Öl zu machen auf ihrer Mühle und ihre Kelter zu treten, und lassen sie doch Durst leiden.
11Inter acervos eorum meridiati sunt, qui calcatis torcularibus sitiunt.
12Sie machen die Leute in der Stadt seufzend und die Seele der Erschlagenen schreiend, und Gott stürzt sie nicht.
12De civitatibus fecerunt viros gemere, et anima vulneratorum clamavit: et Deus inultum abire non patitur.
13Jene sind abtrünnig geworden vom Licht und kennen seinen Weg nicht und kehren nicht wieder zu seiner Straße.
13Ipsi fuerunt rebelles lumini: nescierunt vias ejus, nec reversi sunt per semitas ejus.
14Wenn der Tag anbricht, steht auf der Mörder und erwürgt den Armen und Dürftigen; und des Nachts ist er wie ein Dieb.
14Mane primo consurgit homicida; interficit egenum et pauperem: per noctem vero erit quasi fur.
15Das Auge des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel, und er spricht: “Mich sieht kein Auge”, und verdeckt sein Antlitz.
15Oculus adulteri observat caliginem, dicens: Non me videbit oculus: et operiet vultum suum.
16Im Finstern bricht man in die Häuser ein; des Tages verbergen sie sich miteinander und scheuen das Licht.
16Perfodit in tenebris domos, sicut in die condixerant sibi, et ignoraverunt lucem.
17Denn wie wenn der Morgen käme, ist ihnen allen die Finsternis; denn sie sind bekannt mit den Schrecken der Finsternis.
17Si subito apparuerit aurora, arbitrantur umbram mortis: et sic in tenebris quasi in luce ambulant.
18“Er fährt leicht wie auf einem Wasser dahin; seine Habe wird gering im Lande, und er baut seinen Weinberg nicht.
18Levis est super faciem aquæ: maledicta sit pars ejus in terra, nec ambulet per viam vinearum.
19Der Tod nimmt weg, die da sündigen, wie die Hitze und Dürre das Schneewasser verzehrt.
19Ad nimium calorem transeat ab aquis nivium, et usque ad inferos peccatum illius.
20Der Mutterschoß vergißt sein; die Würmer haben ihre Lust an ihm. Sein wird nicht mehr gedacht; er wird zerbrochen wie ein fauler Baum,
20Obliviscatur ejus misericordia; dulcedo illius vermes: non sit in recordatione, sed conteratur quasi lignum infructuosum.
21er, der beleidigt hat die Einsame, die nicht gebiert, und hat der Witwe kein Gutes getan.”
21Pavit enim sterilem quæ non parit, et viduæ bene non fecit.
22Aber Gott erhält die Mächtigen durch seine Kraft, daß sie wieder aufstehen, wenn sie am Leben verzweifelten.
22Detraxit fortes in fortitudine sua, et cum steterit, non credet vitæ suæ.
23Er gibt ihnen, daß sie sicher seien und eine Stütze haben; und seine Augen sind über ihren Wegen.
23Dedit ei Deus locum pœnitentiæ, et ille abutitur eo in superbiam: oculi autem ejus sunt in viis illius.
24Sie sind hoch erhöht, und über ein kleines sind sie nicht mehr; sinken sie hin, so werden sie weggerafft wie alle andern, und wie das Haupt auf den Ähren werden sie abgeschnitten.
24Elevati sunt ad modicum, et non subsistent: et humiliabuntur sicut omnia, et auferentur, et sicut summitates spicarum conterentur.
25Ist's nicht also? Wohlan, wer will mich Lügen strafen und bewähren, daß meine Rede nichts sei?
25Quod si non est ita, quis me potest arguere esse mentitum, et ponere ante Deum verba mea?]
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