Hiob 16
Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1Hiob antwortete und sprach:
1Respondens autem Job, dixit:
2Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster!
2[Audivi frequenter talia: consolatores onerosi omnes vos estis.
3Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden?
3Numquid habebunt finem verba ventosa? aut aliquid tibi molestum est, si loquaris?
4Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt, so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln.
4Poteram et ego similia vestri loqui, atque utinam esset anima vestra pro anima mea:
5Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.
5consolarer et ego vos sermonibus, et moverem caput meum super vos;
6Aber wenn ich schon rede, so schont mein der Schmerz nicht; lasse ich's anstehen so geht er nicht von mir.
6roborarem vos ore meo, et moverem labia mea, quasi parcens vobis.
7Nun aber macht er mich müde und verstört alles, was ich bin.
7Sed quid agam? Si locutus fuero, non quiescet dolor meus, et si tacuero, non recedet a me.
8Er hat mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht.
8Nunc autem oppressit me dolor meus, et in nihilum redacti sunt omnes artus mei.
9Sein Grimm zerreißt, und der mir gram ist, beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.
9Rugæ meæ testimonium dicunt contra me, et suscitatur falsiloquus adversus faciem meam, contradicens mihi.
10Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt.
10Collegit furorem suum in me, et comminans mihi, infremuit contra me dentibus suis: hostis meus terribilibus oculis me intuitus est.
11Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen.
11Aperuerunt super me ora sua, et exprobrantes percusserunt maxillam meam: satiati sunt pœnis meis.
12Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet.
12Conclusit me Deus apud iniquum, et manibus impiorum me tradidit.
13Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.
13Ego ille quondam opulentus, repente contritus sum: tenuit cervicem meam, confregit me, et posuit me sibi quasi in signum.
14Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger.
14Circumdedit me lanceis suis; convulneravit lumbos meos: non pepercit, et effudit in terra viscera mea.
15Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt.
15Concidit me vulnere super vulnus: irruit in me quasi gigas.
16Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt,
16Saccum consui super cutem meam, et operui cinere carnem meam.
17wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.
17Facies mea intumuit a fletu, et palpebræ meæ caligaverunt.
18Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte!
18Hæc passus sum absque iniquitate manus meæ, cum haberem mundas ad Deum preces.
19Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe.
19Terra, ne operias sanguinem meum, neque inveniat in te locum latendi clamor meus:
20Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott,
20ecce enim in cælo testis meus, et conscius meus in excelsis.
21daß er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde.
21Verbosi amici mei: ad Deum stillat oculus meus:
22Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde.
22atque utinam sic judicaretur vir cum Deo, quomodo judicatur filius hominis cum collega suo.
no verse 23 in this text
23Ecce enim breves anni transeunt, et semitam per quam non revertar ambulo.]
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