Hiob
Chapter 7
Lutherbibel 1912
vs Clementine Vulgate…
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Hiob 7

Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
1[Militia est vita hominis super terram, et sicut dies mercenarii dies ejus.
2Wie ein Knecht sich sehnt nach dem Schatten und ein Tagelöhner, daß seine Arbeit aus sei,
2Sicut servus desiderat umbram, et sicut mercenarius præstolatur finem operis sui,
3also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elender Nächte sind mir viel geworden.
3sic et ego habui menses vacuos, et noctes laboriosas enumeravi mihi.
4Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und der Abend ward mir lang; ich wälzte mich und wurde des satt bis zur Dämmerung.
4Si dormiero, dicam: Quando consurgam? et rursum expectabo vesperam, et replebor doloribus usque ad tenebras.
5Mein Fleisch ist um und um wurmig und knotig; meine Haut ist verschrumpft und zunichte geworden.
5Induta est caro mea putredine, et sordibus pulveris cutis mea aruit et contracta est.
6Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn die Weberspule und sind vergangen, daß kein Aufhalten dagewesen ist.
6Dies mei velocius transierunt quam a texente tela succiditur, et consumpti sunt absque ulla spe.
7Gedenke, daß mein Leben ein Wind ist und meine Augen nicht wieder Gutes sehen werden.
7Memento quia ventus est vita mea, et non revertetur oculus meus ut videat bona.
8Und kein lebendiges Auge wird mich mehr schauen; sehen deine Augen nach mir, so bin ich nicht mehr.
8Nec aspiciet me visus hominis; oculi tui in me, et non subsistam.
9Eine Wolke vergeht und fährt dahin: also, wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf
9Sicut consumitur nubes, et pertransit, sic qui descenderit ad inferos, non ascendet.
10und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennt ihn nicht mehr.
10Nec revertetur ultra in domum suam, neque cognoscet eum amplius locus ejus.
11Darum will ich auch meinem Munde nicht wehren; ich will reden in der Angst meines Herzens und will klagen in der Betrübnis meiner Seele.
11Quapropter et ego non parcam ori meo: loquar in tribulatione spiritus mei; confabulabor cum amaritudine animæ meæ.
12Bin ich denn ein Meer oder ein Meerungeheuer, daß du mich so verwahrst?
12Numquid mare ego sum, aut cetus, quia circumdedisti me carcere?
13Wenn ich gedachte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir meinen Jammer erleichtern,
13Si dixero: Consolabitur me lectulus meus, et relevabor loquens mecum in strato meo:
14so erschrecktest du mich mit Träumen und machtest mir Grauen durch Gesichte,
14terrebis me per somnia, et per visiones horrore concuties.
15daß meine Seele wünschte erstickt zu sein und meine Gebeine den Tod.
15Quam ob rem elegit suspendium anima mea, et mortem ossa mea.
16Ich begehre nicht mehr zu leben. Laß ab von mir, denn meine Tage sind eitel.
16Desperavi: nequaquam ultra jam vivam: parce mihi, nihil enim sunt dies mei.
17Was ist ein Mensch, daß du ihn groß achtest und bekümmerst dich um ihn?
17Quid est homo, quia magnificas eum? aut quid apponis erga eum cor tuum?
18Du suchst ihn täglich heim und versuchst ihn alle Stunden.
18Visitas eum diluculo, et subito probas illum.
19Warum tust du dich nicht von mir und lässest mich nicht, bis ich nur meinen Speichel schlinge?
19Usquequo non parcis mihi, nec dimittis me ut glutiam salivam meam?
20Habe ich gesündigt, was tue ich dir damit, o du Menschenhüter? Warum machst du mich zum Ziel deiner Anläufe, daß ich mir selbst eine Last bin?
20Peccavi; quid faciam tibi, o custos hominum? quare posuisti me contrarium tibi, et factus sum mihimetipsi gravis?
21Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst weg meine Sünde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn du mich morgen suchst, werde ich nicht da sein.
21Cur non tollis peccatum meum, et quare non aufers iniquitatem meam? ecce nunc in pulvere dormiam, et si mane me quæsieris, non subsistam.]

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