Romanos 3
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Quid ergo amplius Judæo est? aut quæ utilitas circumcisionis?
1Was haben denn die Juden für Vorteil, oder was nützt die Beschneidung?
2Multum per omnem modum. Primum quidem quia credita sunt illis eloquia Dei.
2Fürwahr sehr viel. Zum ersten: ihnen ist vertraut, was Gott geredet hat.
3Quid enim si quidam illorum non crediderunt? numquid incredulitas illorum fidem Dei evacuabit? Absit.
3Daß aber etliche nicht daran glauben, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube Gottes Glauben aufheben?
4Est autem Deus verax: omnis autem homo mendax, sicut scriptum est: [Ut justificeris in sermonibus tuis: et vincas cum judicaris.]
4Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also, daß Gott sei wahrhaftig und alle Menschen Lügner; wie geschrieben steht: “Auf daß du gerecht seist in deinen Worten und überwindest, wenn du gerichtet wirst.”
5Si autem iniquitas nostra justitiam Dei commendat, quid dicemus? Numquid iniquus est Deus, qui infert iram?
5Ist's aber also, daß unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit preist, was wollen wir sagen? Ist denn Gott auch ungerecht, wenn er darüber zürnt? (Ich rede also auf Menschenweise.)
6secundum hominem dico. Absit. Alioquin quomodo judicabit Deus hunc mundum?
6Das sei ferne! Wie könnte sonst Gott die Welt richten?
7Si enim veritas Dei in meo mendacio abundavit in gloriam ipsius: quid adhuc et ego tamquam peccator judicor?
7Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als Sünder gerichtet werden
8et non (sicut blasphemamur, et sicut aiunt quidam nos dicere) faciamus mala ut veniant bona: quorum damnatio justa est.
8und nicht vielmehr also tun, wie wir gelästert werden und wie etliche sprechen, daß wir sagen: “Lasset uns Übles tun, auf das Gutes daraus komme”? welcher Verdammnis ist ganz recht.
9Quid ergo? præcellimus eos? Nequaquam. Causati enim sumus Judæos et Græcos omnes sub peccato esse,
9Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind,
10sicut scriptum est: [Quia non est justus quisquam:
10wie denn geschrieben steht: “Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer.
11non est intelligens, non est requirens Deum.
11Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.
12Omnes declinaverunt, simul inutiles facti sunt: non est qui faciat bonum, non est usque ad unum.
12Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer.
13Sepulchrum patens est guttur eorum, linguis suis dolose agebant: venenum aspidum sub labiis eorum:
13Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen;
14quorum os maledictione, et amaritudine plenum est:
14ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit.
15veloces pedes eorum ad effundendum sanguinem:
15Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen;
16contritio et infelicitas in viis eorum:
16auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid,
17et viam pacis non cognoverunt:
17und den Weg des Friedens wissen sie nicht.
18non est timor Dei ante oculos eorum.]
18Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.”
19Scimus autem quoniam quæcumque lex loquitur, iis, qui in lege sunt, loquitur: ut omne os obstruatur, et subditus fiat omnis mundus Deo:
19Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei;
20quia ex operibus legis non justificabitur omnis caro coram illo. Per legem enim cognitio peccati.
20darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
21Nunc autem sine lege justitia Dei manifestata est: testificata a lege et prophetis.
21Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten.
22Justitia autem Dei per fidem Jesu Christi in omnes et super omnes qui credunt in eum: non enim est distinctio:
22Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christum zu allen und auf alle, die da glauben.
23omnes enim peccaverunt, et egent gloria Dei.
23Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,
24Justificati gratis per gratiam ipsius, per redemptionem quæ est in Christo Jesu,
24und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist,
25quem proposuit Deus propitiationem per fidem in sanguine ipsius, ad ostensionem justitiæ suæ propter remissionem præcedentium delictorum
25welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, daß er Sünde vergibt, welche bisher geblieben war unter göttlicher Geduld;
26in sustentatione Dei, ad ostensionem justitiæ ejus in hoc tempore: ut sit ipse justus, et justificans eum, qui est ex fide Jesu Christi.
26auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum.
27Ubi est ergo gloriatio tua? Exclusa est. Per quam legem? Factorum? Non: sed per legem fidei.
27Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch das Gesetz? Durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz.
28Arbitramur enim justificari hominem per fidem sine operibus legis.
28So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
29An Judæorum Deus tantum? nonne et gentium? Immo et gentium:
29Oder ist Gott allein der Juden Gott? Ist er nicht auch der Heiden Gott? Ja freilich, auch der Heiden Gott.
30quoniam quidem unus est Deus, qui justificat circumcisionem ex fide, et præputium per fidem.
30Sintemal es ist ein einiger Gott, der da gerecht macht die Beschnittenen aus dem Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben.
31Legem ergo destruimus per fidem? Absit: sed legem statuimus.
31Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf.
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