Romanos 9
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Veritatem dico in Christo, non mentior: testimonium mihi perhibente conscientia mea in Spiritu Sancto:
1Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem Heiligen Geist,
2quoniam tristitia mihi magna est, et continuus dolor cordi meo.
2daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe.
3Optabam enim ego ipse anathema esse a Christo pro fratribus meis, qui sunt cognati mei secundum carnem,
3Ich habe gewünscht, verbannt zu sein von Christo für meine Brüder, die meine Gefreundeten sind nach dem Fleisch;
4qui sunt Israëlitæ, quorum adoptio est filiorum, et gloria, et testamentum, et legislatio, et obsequium, et promissa:
4die da sind von Israel, welchen gehört die Kindschaft und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen;
5quorum patres, et ex quibus est Christus secundum carnem, qui est super omnia Deus benedictus in sæcula. Amen.
5welcher auch sind die Väter, und aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.
6Non autem quod exciderit verbum Dei. Non enim omnes qui ex Israël sunt, ii sunt Israëlitæ:
6Aber nicht sage ich solches, als ob Gottes Wort darum aus sei. Denn es sind nicht alle Israeliter, die von Israel sind;
7neque qui semen sunt Abrahæ, omnes filii: sed in Isaac vocabitur tibi semen:
7auch nicht alle, die Abrahams Same sind, sind darum auch Kinder. Sondern “in Isaak soll dir der Same genannt sein”.
8id est, non qui filii carnis, hi filii Dei: sed qui filii sunt promissionis, æstimantur in semine.
8Das ist: nicht sind das Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern die Kinder der Verheißung werden für Samen gerechnet.
9Promissionis enim verbum hoc est: Secundum hoc tempus veniam: et erit Saræ filius.
9Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: “Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben.”
10Non solum autem illa: sed et Rebecca ex uno concubitu habens, Isaac patris nostri.
10Nicht allein aber ist's mit dem also, sondern auch, da Rebekka von dem einen, unserm Vater Isaak, schwanger ward:
11Cum enim nondum nati fuissent, aut aliquid boni egissent, aut mali (ut secundum electionem propositum Dei maneret),
11ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, auf daß der Vorsatz Gottes bestünde nach der Wahl,
12non ex operibus, sed ex vocante dictum est ei quia major serviet minori,
12nicht aus Verdienst der Werke, sondern aus Gnade des Berufers, ward zu ihr gesagt: “Der Ältere soll dienstbar werden dem Jüngeren”,
13sicut scriptum est: Jacob dilexi, Esau autem odio habui.
13wie denn geschrieben steht: “Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt.”
14Quid ergo dicemus? numquid iniquitas apud Deum? Absit.
14Was wollen wir denn hier sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne!
15Moysi enim dicit: Miserebor cujus misereor: et misericordiam præstabo cujus miserebor.
15Denn er spricht zu Mose: “Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich.”
16Igitur non volentis, neque currentis, sed miserentis est Dei.
16So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
17Dicit enim Scriptura Pharaoni: Quia in hoc ipsum excitavi te, ut ostendam in te virtutem meam: et ut annuntietur nomen meum in universa terra.
17Denn die Schrift sagt zum Pharao: “Ebendarum habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erzeige, auf daß mein Name verkündigt werde in allen Landen.”
18Ergo cujus vult miseretur, et quem vult indurat.
18So erbarmt er sich nun, welches er will, und verstockt, welchen er will.
19Dicis itaque mihi: Quid adhuc queritur? voluntati enim ejus quis resistit?
19So sagst du zu mir: Was beschuldigt er uns denn? Wer kann seinem Willen widerstehen?
20O homo, tu quis es, qui respondeas Deo? numquid dicit figmentum ei qui se finxit: Quid me fecisti sic?
20Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also?
21an non habet potestatem figulus luti ex eadem massa facere aliud quidem vas in honorem, aliud vero in contumeliam?
21Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren?
22Quod si Deus volens ostendere iram, et notum facere potentiam suam, sustinuit in multa patientia vasa iræ, apta in interitum,
22Derhalben, da Gott wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis;
23ut ostenderet divitias gloriæ suæ in vasa misericordiæ, quæ præparavit in gloriam.
23auf daß er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er bereitet hat zur Herrlichkeit,
24Quos et vocavit nos non solum ex Judæis, sed etiam in gentibus,
24welche er berufen hat, nämlich uns, nicht allein aus den Juden sondern auch aus den Heiden.
25sicut in Osee dicit: Vocabo non plebem meam, plebem meam: et non dilectam, dilectam: et non misericordiam consecutam, misericordiam consecutam.
25Wie er denn auch durch Hosea spricht: “Ich will das mein Volk heißen, daß nicht mein Volk war, und meine Liebe, die nicht meine Liebe war.”
26Et erit: in loco, ubi dictum est eis: Non plebs mea vos: ibi vocabuntur filii Dei vivi.
26“Und soll geschehen: An dem Ort, da zu ihnen gesagt ward: ‘Ihr seid nicht mein Volk’, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.”
27Isaias autem clamat pro Israël: Si fuerit numerus filiorum Israël tamquam arena maris, reliquiæ salvæ fient.
27Jesaja aber schreit für Israel: “Wenn die Zahl der Kinder Israel würde sein wie der Sand am Meer, so wird doch nur der Überrest selig werden;
28Verbum enim consummans, et abbrevians in æquitate: quia verbum breviatum faciet Dominus super terram:
28denn es wird ein Verderben und Steuern geschehen zur Gerechtigkeit, und der HERR wird das Steuern tun auf Erden.”
29et sicut prædixit Isaias: Nisi Dominus Sabaoth reliquisset nobis semen, sicut Sodoma facti essemus, et sicut Gomorrha similes fuissemus.
29Und wie Jesaja zuvorsagte: “Wenn uns nicht der HERR Zebaoth hätte lassen Samen übrig bleiben, so wären wir wie Sodom und Gomorra.”
30Quid ergo dicemus? Quod gentes, quæ non sectabantur justitiam, apprehenderunt justitiam: justitiam autem, quæ ex fide est.
30Was wollen wir nun hier sagen? Das wollen wir sagen: Die Heiden, die nicht haben nach der Gerechtigkeit getrachtet, haben Gerechtigkeit erlangt; ich sage aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.
31Israël vero sectando legem justitiæ, in legem justitiæ non pervenit.
31Israel aber hat dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgetrachtet, und hat das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht.
32Quare? Quia non ex fide, sed quasi ex operibus: offenderunt enim in lapidem offensionis,
32Warum das? Darum daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern aus den Werken des Gesetzes suchen. Denn sie haben sich gestoßen an den Stein des Anlaufens,
33sicut scriptum est: Ecce pono in Sion lapidem offensionis, et petram scandali: et omnis qui credit in eum, non confundetur.
33wie geschrieben steht: “Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anlaufens und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zu Schanden werden.”
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