Galatas
Chapter 4

Galatas

Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Galatas 4

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Dico autem: quanto tempore hæres parvulus est, nihil differt a servo, cum sit dominus omnium:
1Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, so ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter;
2sed sub tutoribus et actoribus est usque ad præfinitum tempus a patre:
2sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat.
3ita et nos cum essemus parvuli, sub elementis mundi eramus servientes.
3Also auch wir, da wir unmündig waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen.
4At ubi venit plenitudo temporis, misit Deus Filium suum factum ex muliere, factum sub lege,
4Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan,
5ut eos, qui sub lege erant, redimeret, ut adoptionem filiorum reciperemus.
5auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen.
6Quoniam autem estis filii, misit Deus Spiritum Filii sui in corda vestra, clamantem: Abba, Pater.
6Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreit: Abba, lieber Vater!
7Itaque jam non est servus, sed filius: quod si filius, et hæres per Deum.
7Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum.
8Sed tunc quidem ignorantes Deum, iis, qui natura non sunt dii, serviebatis.
8Aber zu der Zeit, da ihr Gott nicht erkanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind.
9Nunc autem cum cognoveritis Deum, immo cogniti sitis a Deo: quomodo convertimini iterum ad infirma et egena elementa, quibus denuo servire vultis?
9Nun ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wiederum zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt?
10Dies observatis, et menses, et tempora, et annos.
10Ihr haltet Tage und Monate und Feste und Jahre.
11Timeo vos, ne forte sine causa laboraverim in vobis.
11Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe.
12Estote sicut ego, quia et ego sicut vos: fratres, obsecro vos. Nihil me læsistis.
12Seid doch wie ich; denn ich bin wie ihr. Liebe Brüder, ich bitte euch. Ihr habt mir kein Leid getan.
13Scitis autem quia per infirmitatem carnis evangelizavi vobis jampridem: et tentationem vestram in carne mea
13Denn ihr wisset, daß ich euch in Schwachheit nach dem Fleisch das Evangelium gepredigt habe zum erstenmal.
14non sprevistis, neque respuistis: sed sicut angelum Dei excepistis me, sicut Christum Jesum.
14Und meine Anfechtungen, die ich leide nach dem Fleisch, habt ihr nicht verachtet noch verschmäht; sondern wie ein Engel Gottes nahmet ihr mich auf, ja wie Christum Jesum.
15Ubi est ergo beatitudo vestra? testimonium enim perhibeo vobis, quia, si fieri posset, oculos vestros eruissetis, et dedissetis mihi.
15Wie wart ihr dazumal so selig! ich bin euer Zeuge, daß, wenn es möglich gewesen wäre, ihr hättet eure Augen ausgerissen und mir gegeben.
16Ergo inimicus vobis factus sum, verum dicens vobis?
16Bin ich denn damit euer Feind geworden, daß ich euch die Wahrheit vorhalte?
17Æmulantur vos non bene: sed excludere vos volunt, ut illos æmulemini.
17Sie eifern um euch nicht fein; sondern sie wollen euch von mir abfällig machen, daß ihr um sie eifern sollt.
18Bonum autem æmulamini in bono semper: et non tantum cum præsens sum apud vos.
18Eifern ist gut, wenn's immerdar geschieht um das Gute, und nicht allein, wenn ich gegenwärtig bei euch bin.
19Filioli mei, quos iterum parturio, donec formetur Christus in vobis:
19Meine lieben Kinder, welche ich abermals mit Ängsten gebäre, bis daß Christus in euch eine Gestalt gewinne,
20vellem autem esse apud vos modo, et mutare vocem meam: quoniam confundor in vobis.
20ich wollte, daß ich jetzt bei euch wäre und meine Stimme wandeln könnte; denn ich bin irre an euch.
21Dicite mihi qui sub lege vultis esse: legem non legistis?
21Saget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Habt ihr das Gesetz nicht gehört?
22Scriptum est enim: Quoniam Abraham duos filios habuit: unum de ancilla, et unum de libera.
22Denn es steht geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte: einen von der Magd, den andern von der Freien.
23Sed qui de ancilla, secundum carnem natus est: qui autem de libera, per repromissionem:
23Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren.
24quæ sunt per allegoriam dicta. Hæc enim sunt duo testamenta. Unum quidem in monte Sina, in servitutem generans, quæ est Agar:
24Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind zwei Testamente: eins von dem Berge Sinai, daß zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Hagar;
25Sina enim mons est in Arabia, qui conjunctus est ei quæ nunc est Jerusalem, et servit cum filiis suis.
25denn Hagar heißt in Arabien der Berg Sinai und kommt überein mit Jerusalem, das zu dieser Zeit ist und dienstbar ist mit seinen Kindern.
26Illa autem, quæ sursum est Jerusalem, libera est, quæ est mater nostra.
26Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; die ist unser aller Mutter.
27Scriptum est enim: [Lætare, sterilis, quæ non paris; erumpe et clama, quæ non parturis: quia multi filii desertæ, magis quam ejus quæ habet virum.]
27Denn es steht geschrieben: “Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist! Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat.”
28Nos autem, fratres, secundum Isaac promissionis filii sumus.
28Wir aber, liebe Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder.
29Sed quomodo tunc is, qui secundum carnem natus fuerat, persequebatur eum qui secundum spiritum: ita et nunc.
29Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also geht es auch jetzt.
30Sed quid dicit Scriptura? Ejice ancillam, et filium ejus: non enim hæres erit filius ancillæ cum filio liberæ.
30Aber was spricht die Schrift? “Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien.”
31Itaque, fratres, non sumus ancillæ filii, sed liberæ: qua libertate Christus nos liberavit.
31So sind wir nun, liebe Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien.

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