Marcum 10
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Et inde exsurgens venit in fines Judææ ultra Jordanem: et conveniunt iterum turbæ ad eum: et sicut consueverat, iterum docebat illos.
1Und er machte sich auf und kam von dannen an die Örter des jüdischen Landes jenseit des Jordans. Und das Volk ging abermals in Haufen zu ihm, und wie seine Gewohnheit war, lehrte er sie abermals.
2Et accedentes pharisæi interrogabant eum: Si licet viro uxorem dimittere: tentantes eum.
2Und die Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden möge von seinem Weibe; und versuchten ihn damit.
3At ille respondens, dixit eis: Quid vobis præcepit Moyses?
3Er antwortete aber und sprach: Was hat euch Mose geboten?
4Qui dixerunt: Moyses permisit libellum repudii scribere, et dimittere.
4Sie sprachen; Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.
5Quibus respondens Jesus, ait: Ad duritiam cordis vestri scripsit vobis præceptum istud:
5Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härtigkeit willen hat er euch solches Gebot geschrieben;
6ab initio autem creaturæ masculum et feminam fecit eos Deus.
6aber von Anfang der Kreatur hat sie Gott geschaffen einen Mann und ein Weib.
7Propter hoc relinquet homo patrem suum et matrem, et adhærebit ad uxorem suam:
7Darum wird der Mensch Vater und Mutter verlassen und wird seinem Weibe anhangen,
8et erunt duo in carne una. Itaque jam non sunt duo, sed una caro.
8und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch.
9Quod ergo Deus conjunxit, homo non separet.
9Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
10Et in domo iterum discipuli ejus de eodem interrogaverunt eum.
10Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger darum.
11Et ait illis: Quicumque dimiserit uxorem suam, et aliam duxerit, adulterium committit super eam.
11Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seinem Weibe und freit eine andere, der bricht die Ehe an ihr;
12Et si uxor dimiserit virum suum, et alii nupserit, mœchatur.
12und so sich ein Weib scheidet von ihrem Manne und freit einen anderen, die bricht ihre Ehe.
13Et offerebant illi parvulos ut tangeret illos. Discipuli autem comminabantur offerentibus.
13Und sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen.
14Quos cum videret Jesus, indigne tulit, et ait illis: Sinite parvulos venire ad me, et ne prohibueritis eos: talium enim est regnum Dei.
14Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes.
15Amen dico vobis: Quisquis non receperit regnum Dei velut parvulus, non intrabit in illud.
15Wahrlich ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen.
16Et complexans eos, et imponens manus super illos, benedicebat eos.
16Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
17Et cum egressus esset in viam, procurrens quidam genu flexo ante eum, rogabat eum: Magister bone, quid faciam ut vitam æternam percipiam?
17Und da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer herzu, kniete, vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?
18Jesus autem dixit ei: Quid me dicis bonum? nemo bonus, nisi unus Deus.
18Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott.
19Præcepta nosti: ne adulteres, ne occidas, ne fureris, ne falsum testimonium dixeris, ne fraudum feceris, honora patrem tuum et matrem.
19Du weißt ja die Gebote wohl: “Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemand täuschen; ehre Vater und Mutter.”
20At ille respondens, ait illi: Magister, hæc omnia observavi a juventute mea.
20Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.
21Jesus autem intuitus eum, dilexit eum, et dixit ei: Unum tibi deest: vade, quæcumque habes vende, et da pauperibus, et habebis thesaurum in cælo: et veni, sequere me.
21Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich.
22Qui contristatus in verbo, abiit mœrens: erat enim habens multas possessiones.
22Er aber ward unmutig über die Rede und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
23Et circumspiciens Jesus, ait discipulis suis: Quam difficile qui pecunias habent, in regnum Dei introibunt !
23Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!
24Discipuli autem obstupescebant in verbis ejus. At Jesus rursus respondens ait illis: Filioli, quam difficile est, confidentes in pecuniis, in regnum Dei introire !
24Die Jünger aber entsetzten sich über seine Rede. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist's, daß die, so ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, ins Reich Gottes kommen!
25Facilius est camelum per foramen acus transire, quam divitem intrare in regnum Dei.
25Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
26Qui magis admirabantur, dicentes ad semetipsos: Et quis potest salvus fieri?
26Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann denn selig werden?
27Et intuens illos Jesus, ait: Apud homines impossibile est, sed non apud Deum: omnia enim possibilia sunt apud Deum.
27Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.
28Et cœpit ei Petrus dicere: Ecce nos dimisimus omnia, et secuti sumus te.
28Da sagte Petrus zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
29Respondens Jesus, ait: Amen dico vobis: Nemo est qui reliquerit domum, aut fratres, aut sorores, aut patrem, aut matrem, aut filios, aut agros propter me et propter Evangelium,
29Jesus antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, so er verläßt Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kind oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen,
30qui non accipiat centies tantum, nunc in tempore hoc: domos, et fratres, et sorores, et matres, et filios, et agros, cum persecutionibus, et in sæculo futuro vitam æternam.
30der nicht hundertfältig empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.
31Multi autem erunt primi novissimi, et novissimi primi.
31Viele aber werden die Letzten sein, die die Ersten sind, und die Ersten sein, die die Letzten sind.
32Erant autem in via ascendentes Jerosolymam: et præcedebat illos Jesus, et stupebant: et sequentes timebant. Et assumens iterum duodecim, cœpit illis dicere quæ essent ei eventura.
32Sie waren aber auf dem Wege und gingen hinauf gen Jerusalem; und Jesus ging vor ihnen, und sie entsetzten sich, folgten ihm nach und fürchteten sich. Und Jesus nahm abermals zu sich die Zwölf und sagte ihnen, was ihm widerfahren würde:
33Quia ecce ascendimus Jerosolymam, et Filius hominis tradetur principibus sacerdotum, et scribis, et senioribus, et damnabunt eum morte, et tradent eum gentibus:
33Siehe, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten; und sie werden ihn verdammen zum Tode und überantworten den Heiden.
34et illudent ei, et conspuent eum, et flagellabunt eum, et interficient eum: et tertia die resurget.
34Die werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten; und am dritten Tag wird er auferstehen.
35Et accedunt ad eum Jacobus et Joannes filii Zebedæi, dicentes: Magister, volumus ut quodcumque petierimus, facias nobis.
35Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, daß du uns tuest, was wir dich bitten werden.
36At ille dixit eis: Quid vultis ut faciam vobis?
36Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, daß ich euch tue?
37Et dixerunt: Da nobis ut unus ad dexteram tuam, et alius ad sinistram tuam sedeamus in gloria tua.
37Sie sprachen zu ihm: Gib uns, daß wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
38Jesus autem ait eis: Nescitis quid petatis: potestis bibere calicem, quem ego bibo, aut baptismo, quo ego baptizor, baptizari?
38Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
39At illi dixerunt ei: Possumus. Jesus autem ait eis: Calicem quidem, quem ego bibo, bibetis; et baptismo, quo ego baptizor, baptizabimini:
39Sie sprachen zu ihm: Ja, wir können es wohl. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;
40sedere autem ad dexteram meam, vel ad sinistram, non est meum dare vobis, sed quibus paratum est.
40zu sitzen aber zu meiner Rechten und zu meiner Linken stehet mir nicht zu, euch zu geben, sondern welchen es bereitet ist.
41Et audientes decem, cœperunt indignari de Jacobo et Joanne.
41Und da das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.
42Jesus autem vocans eos, ait illis: Scitis quia hi, qui videntur principari gentibus, dominantur eis: et principes eorum potestatem habent ipsorum.
42Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen und die Mächtigen unter ihnen haben Gewalt.
43Non ita est autem in vobis, sed quicumque voluerit fieri major, erit vester minister:
43Aber also soll es unter euch nicht sein. Sondern welcher will groß werden unter euch, der soll euer Diener sein;
44et quicumque voluerit in vobis primus esse, erit omnium servus.
44und welcher unter euch will der Vornehmste werden, der soll aller Knecht sein.
45Nam et Filius hominis non venit ut ministraretur ei, sed ut ministraret, et daret animam suam redemptionem pro multis.
45Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zur Bezahlung für viele.
46Et veniunt Jericho: et proficiscente eo de Jericho, et discipulis ejus, et plurima multitudine, filius Timæi Bartimæus cæcus, sedebat juxta viam mendicans.
46Und sie kamen gen Jericho. Und da er aus Jericho ging, er und seine Jünger und ein großes Volk, da saß ein Blinder, Bartimäus, des Timäus Sohn, am Wege und bettelte.
47Qui cum audisset quia Jesus Nazarenus est, cœpit clamare, et dicere: Jesu fili David, miserere mei.
47Und da er hörte, daß es Jesus von Nazareth war, fing er an, zu schreien und zu sagen: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein!
48Et comminabantur ei multi ut taceret. At ille multo magis clamabat: Fili David, miserere mei.
48Und viele bedrohten ihn, er sollte stillschweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein!
49Et stans Jesus præcepit illum vocari. Et vocant cæcum, dicentes ei: Animæquior esto: surge, vocat te.
49Und Jesus stand still und ließ ihn rufen. Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost! stehe auf, er ruft dich!
50Qui projecto vestimento suo exiliens, venit ad eum.
50Und er warf sein Kleid von sich, stand auf und kam zu Jesu.
51Et respondens Jesus dixit illi: Quid tibi vis faciam? Cæcus autem dixit ei: Rabboni, ut videam.
51Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend werde.
52Jesus autem ait illi: Vade, fides tua te salvum fecit. Et confestim vidit, et sequebatur eum in via.
52Jesus aber sprach zu ihm: Gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.
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