Marcum 5
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Et venerunt trans fretum maris in regionem Gerasenorum.
1Und sie kamen jenseits des Meers in die Gegend der Gadarener.
2Et exeunti ei de navi, statim occurrit de monumentis homo in spiritu immundo,
2Und als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald entgegen aus den Gräbern ein besessener Mensch mit einem unsaubern Geist,
3qui domicilium habebat in monumentis, et neque catenis jam quisquam poterat eum ligare:
3der seine Wohnung in den Gräbern hatte; und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten.
4quoniam sæpe compedibus et catenis vinctus, dirupisset catenas, et compedes comminuisset, et nemo poterat eum domare:
4Denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen, und hatte die Ketten abgerissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn zähmen.
5et semper die ac nocte in monumentis, et in montibus erat, clamans, et concidens se lapidibus.
5Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich mit Steinen.
6Videns autem Jesum a longe, cucurrit, et adoravit eum:
6Da er aber Jesum sah von ferne, lief er zu und fiel vor ihm nieder, schrie laut und sprach:
7et clamans voce magna dixit: Quid mihi et tibi, Jesu Fili Dei altissimi? adjuro te per Deum, ne me torqueas.
7Was habe ich mit dir zu tun, o Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht quälest!
8Dicebat enim illi: Exi spiritus immunde ab homine.
8Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen!
9Et interrogabat eum: Quod tibi nomen est? Et dicit ei: Legio mihi nomen est, quia multi sumus.
9Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.
10Et deprecabatur eum multum, ne se expelleret extra regionem.
10Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus der Gegend triebe.
11Erat autem ibi circa montem grex porcorum magnus, pascens.
11Und es war daselbst an den Bergen eine große Herde Säue auf der Weide.
12Et deprecabantur eum spiritus, dicentes: Mitte nos in porcos ut in eos introëamus.
12Und die Teufel baten ihn alle und sprachen: Laß uns in die Säue fahren!
13Et concessit eis statim Jesus. Et exeuntes spiritus immundi introierunt in porcos: et magno impetu grex præcipitatus est in mare ad duo millia, et suffocati sunt in mari.
13Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Da fuhren die unsauberen Geister aus und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich von dem Abhang ins Meer (ihrer waren aber bei zweitausend) und ersoffen im Meer.
14Qui autem pascebant eos, fugerunt, et nuntiaverunt in civitatem et in agros. Et egressi sunt videre quid esset factum:
14Und die Sauhirten flohen und verkündigten das in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus, zu sehen, was da geschehen war,
15et veniunt ad Jesum: et vident illum qui a dæmonio vexabatur, sedentem, vestitum, et sanæ mentis, et timuerunt.
15und kamen zu Jesu und sahen den, der von den Teufeln besessen war, daß er saß und war bekleidet und vernünftig, und fürchteten sich.
16Et narraverunt illis, qui viderant, qualiter factum esset ei qui dæmonium habuerat, et de porcis.
16Und die es gesehen hatten, sagten ihnen, was dem Besessenen widerfahren war, und von den Säuen.
17Et rogare cœperunt eum ut discederet de finibus eorum.
17Und sie fingen an und baten ihn, daß er aus ihrer Gegend zöge.
18Cumque ascenderet navim, cœpit illum deprecari, qui a dæmonio vexatus fuerat, ut esset cum illo,
18Und da er in das Schiff trat, bat ihn der Besessene, daß er möchte bei ihm sein.
19et non admisit eum, sed ait illi: Vade in domum tuam ad tuos, et annuntia illis quanta tibi Dominus fecerit, et misertus sit tui.
19Aber Jesus ließ es nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe hin in dein Haus und zu den Deinen und verkündige ihnen, wie große Wohltat dir der HERR getan und sich deiner erbarmt hat.
20Et abiit, et cœpit prædicare in Decapoli, quanta sibi fecisset Jesus: et omnes mirabantur.
20Und er ging hin und fing an, auszurufen in den zehn Städten, wie große Wohltat ihm Jesus getan hatte; und jedermann verwunderte sich.
21Et cum transcendisset Jesus in navi rursum trans fretum, convenit turba multa ad eum, et erat circa mare.
21Und da Jesus wieder herüberfuhr im Schiff, versammelte sich viel Volks zu ihm, und er war an dem Meer.
22Et venit quidam de archisynagogis nomine Jairus, et videns eum procidit ad pedes ejus,
22Und siehe, da kam der Obersten einer von der Schule, mit Namen Jairus; und da er ihn sah, fiel er ihm zu Füßen
23et deprecabatur eum multum, dicens: Quoniam filia mea in extremis est, veni, impone manum super eam, ut salva sit, et vivat.
23und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter ist in den letzten Zügen; Du wollest kommen und deine Hand auf sie legen, daß sie gesund werde und lebe.
24Et abiit cum illo, et sequebatur eum turba multa, et comprimebant eum.
24Und er ging hin mit ihm; und es folgte ihm viel Volks nach, und sie drängten ihn.
25Et mulier, quæ erat in profluvio sanguinis annis duodecim,
25Und da war ein Weib, das hatte den Blutgang zwölf Jahre gehabt
26et fuerat multa perpessa a compluribus medicis: et erogaverat omnia sua, nec quidquam profecerat, sed magis deterius habebat:
26und viel erlitten von vielen Ärzten und hatte all ihr Gut darob verzehrt, und half ihr nichts, sondern vielmehr ward es ärger mit ihr.
27cum audisset de Jesu, venit in turba retro, et tetigit vestimentum ejus:
27Da die von Jesu hörte, kam sie im Volk von hintenzu und rührte sein Kleid an.
28dicebat enim: Quia si vel vestimentum ejus tetigero, salva ero.
28Denn sie sprach: Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund.
29Et confestim siccatus est fons sanguinis ejus: et sensit corpore quia sanata esset a plaga.
29Und alsbald vertrocknete der Brunnen ihres Bluts; und sie fühlte es am Leibe, daß sie von ihrer Plage war gesund geworden.
30Et statim Jesus in semetipso cognoscens virtutem quæ exierat de illo, conversus ad turbam, aiebat: Quis tetigit vestimenta mea?
30Und Jesus fühlte alsbald an sich selbst die Kraft, die von ihm ausgegangen war, und wandte sich um zum Volk und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?
31Et dicebant ei discipuli sui: Vides turbam comprimentem te, et dicis: Quis me tetigit?
31Und die Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, daß dich das Volk drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?
32Et circumspiciebat videre eam, quæ hoc fecerat.
32Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.
33Mulier vero timens et tremens, sciens quod factum esset in se, venit et procidit ante eum, et dixit ei omnem veritatem.
33Das Weib aber fürchtete sich und zitterte (denn sie wußte, was an ihr geschehen war), kam und fiel vor ihm nieder und sagte die ganze Wahrheit.
34Ille autem dixit ei: Filia, fides tua te salvam fecit: vade in pace, et esto sana a plaga tua.
34Er sprach aber zu ihr; Meine Tochter, Dein Glaube hat dich gesund gemacht; gehe hin mit Frieden und sei gesund von deiner Plage!
35Adhuc eo loquente, veniunt ab archisynagogo, dicentes: Quia filia tua mortua est: quid ultra vexas magistrum?
35Da er noch also redete, kamen etliche vom Gesinde des Obersten der Schule und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister?
36Jesus autem audito verbo quod dicebatur, ait archisynagogo: Noli timere: tantummodo crede.
36Jesus aber hörte alsbald die Rede, die da gesagt ward, und sprach zu dem Obersten der Schule: Fürchte dich nicht, glaube nur!
37Et non admisit quemquam se sequi nisi Petrum, et Jacobum, et Joannem fratrem Jacobi.
37Und ließ niemand ihm nachfolgen denn Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
38Et veniunt in domum archisynagogi, et videt tumultum, et flentes, et ejulantes multum.
38Und er kam in das Haus des Obersten der Schule und sah das Getümmel und die da weinten und heulten.
39Et ingressus, ait illis: Quid turbamini, et ploratis? puella non est mortua, sed dormit.
39Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was tummelt und weinet ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
40Et irridebant eum. Ipse vero ejectis omnibus assumit patrem, et matrem puellæ, et qui secum erant, et ingreditur ubi puella erat jacens.
40Und er trieb sie alle aus und nahm mit sich den Vater des Kindes und die Mutter die bei ihm waren, und ging hinein, da das Kind lag,
41Et tenens manum puellæ, ait illi: Talitha cumi, quod est interpretatum: Puella (tibi dico), surge.
41und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihr: Talitha kumi! das ist verdolmetscht: Mägdlein, ich sage dir stehe auf!
42Et confestim surrexit puella, et ambulabat: erat autem annorum duodecim: et obstupuerunt stupore magno.
42Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich über die Maßen.
43Et præcepit illis vehementer ut nemo id sciret: et dixit dari illi manducare.
43Und er verbot ihnen hart, daß es niemand wissen sollte, und sagte, sie sollten ihr zu essen geben.
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