Iacobi
Chapter 3

Iacobi

Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Iacobi 3

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Nolite plures magistri fieri fratres mei, scientes quoniam majus judicium sumitis.
1Liebe Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfangen werden.
2In multis enim offendimus omnes. Si quis in verbo non offendit, hic perfectus est vir: potest etiam freno circumducere totum corpus.
2Denn wir fehlen alle mannigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.
3Si autem equis frena in ora mittimus ad consentiendum nobis, et omne corpus illorum circumferimus.
3Siehe, die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und wir lenken ihren ganzen Leib.
4Ecce et naves, cum magnæ sint, et a ventis validis minentur, circumferuntur a modico gubernaculo ubi impetus dirigentis voluerit.
4Siehe, die Schiffe, ob sie wohl so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der es regiert.
5Ita et lingua modicum quidem membrum est, et magna exaltat. Ecce quantus ignis quam magnam silvam incendit !
5Also ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an!
6Et lingua ignis est, universitas iniquitatis. Lingua constituitur in membris nostris, quæ maculat totum corpus, et inflammat rotam nativitatis nostræ inflammata a gehenna.
6Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern und befleckt den ganzen Leib und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist.
7Omnis enim natura bestiarum, et volucrum, et serpentium, et ceterorum domantur, et domita sunt a natura humana:
7Denn alle Natur der Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meerwunder wird gezähmt und ist gezähmt von der menschlichen Natur;
8linguam autem nullus hominum domare potest: inquietum malum, plena veneno mortifero.
8aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes.
9In ipsa benedicimus Deum et Patrem: et in ipsa maledicimus homines, qui ad similitudinem Dei facti sunt.
9Durch sie loben wir Gott, den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind.
10Ex ipso ore procedit benedictio et maledictio. Non oportet, fratres mei, hæc ita fieri.
10Aus einem Munde geht Loben und Fluchen. Es soll nicht, liebe Brüder, also sein.
11Numquid fons de eodem foramine emanat dulcem et amaram aquam?
11Quillt auch ein Brunnen aus einem Loch süß und bitter?
12Numquid potest, fratres mei, ficus uvas facere, aut vitis ficus? Sic neque salsa dulcem potest facere aquam.
12Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Ölbeeren oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salziges und süßes Wasser geben.
13Quis sapiens et disciplinatus inter vos? Ostendat ex bona conversatione operationem suam in mansuetudine sapientiæ.
13Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit.
14Quod si zelum amarum habetis, et contentiones sint in cordibus vestris: nolite gloriari, et mendaces esse adversus veritatem:
14Habt ihr aber bitteren Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht wider die Wahrheit.
15non est enim ista sapientia desursum descendens: sed terrena, animalis, diabolica.
15Das ist nicht die Weisheit, die von obenherab kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch.
16Ubi enim zelus et contentio, ibi inconstantia et omne opus pravum.
16Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding.
17Quæ autem desursum est sapientia, primum quidem pudica est, deinde pacifica, modesta, suadibilis, bonus consentiens, plena misericordia et fructibus bonis, non judicans, sine simulatione.
17Die Weisheit von obenher ist auf's erste keusch, darnach friedsam, gelinde, läßt sich sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei.
18Fructus autem justitiæ, in pace seminatur, facientibus pacem.
18Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesät im Frieden denen, die den Frieden halten.

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