Matthäus 13
Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer.
1In illo die exiens Jesus de domo, sedebat secus mare.
2Und es versammelte sich viel Volks zu ihm, also daß er in das Schiff trat und saß, und alles Volk stand am Ufer.
2Et congregatæ sunt ad eum turbæ multæ, ita ut naviculam ascendens sederet: et omnis turba stabat in littore,
3Und er redete zu ihnen mancherlei durch Gleichnisse und sprach: Siehe, es ging ein Säemann aus, zu säen.
3et locutus est eis multa in parabolis, dicens: Ecce exiit qui seminat, seminare.
4Und indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf.
4Et dum seminat, quædam ceciderunt secus viam, et venerunt volucres cæli, et comederunt ea.
5Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und ging bald auf, darum daß es nicht tiefe Erde hatte.
5Alia autem ceciderunt in petrosa, ubi non habebant terram multam: et continuo exorta sunt, quia non habebant altitudinem terræ:
6Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es dürre.
6sole autem orto æstuaverunt; et quia non habebant radicem, aruerunt.
7Etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten's.
7Alia autem ceciderunt in spinas: et creverunt spinæ, et suffocaverunt ea.
8Etliches fiel auf gutes Land und trug Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig.
8Alia autem ceciderunt in terram bonam: et dabant fructum, aliud centesimum, aliud sexagesimum, aliud trigesimum.
9Wer Ohren hat zu hören, der höre!
9Qui habet aures audiendi, audiat.
10Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?
10Et accedentes discipuli dixerunt ei: Quare in parabolis loqueris eis?
11Er antwortete und sprach: Euch ist es gegeben, daß ihr das Geheimnis des Himmelreichs verstehet; diesen aber ist es nicht gegeben.
11Qui respondens, ait illis: Quia vobis datum est nosse mysteria regni cælorum: illis autem non est datum.
12Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.
12Qui enim habet, dabitur ei, et abundabit: qui autem non habet, et quod habet auferetur ab eo.
13Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht.
13Ideo in parabolis loquor eis: quia videntes non vident, et audientes non audiunt, neque intelligunt.
14Und über ihnen wird die Weissagung Jesaja's erfüllt, die da sagt: “Mit den Ohren werdet ihr hören, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.
14Et adimpletur in eis prophetia Isaiæ, dicentis: [Auditu audietis, et non intelligetis: et videntes videbitis, et non videbitis.
15Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren hören übel, und ihre Augen schlummern, auf daß sie nicht dermaleinst mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, daß ich ihnen hülfe.”
15Incrassatum est enim cor populi hujus, et auribus graviter audierunt, et oculos suos clauserunt: nequando videant oculis, et auribus audiant, et corde intelligant, et convertantur, et sanem eos.]
16Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören.
16Vestri autem beati oculi quia vident, et aures vestræ quia audiunt.
17Wahrlich ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr höret, und haben's nicht gehört.
17Amen quippe dico vobis, quia multi prophetæ et justi cupierunt videre quæ videtis, et non viderunt: et audire quæ auditis, et non audierunt.
18So hört nun ihr dieses Gleichnis von dem Säemann:
18Vos ergo audite parabolam seminantis.
19Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Arge und reißt hinweg, was da gesät ist in sein Herz; und das ist der, bei welchem an dem Wege gesät ist.
19Omnis qui audit verbum regni, et non intelligit, venit malus, et rapit quod seminatum est in corde ejus: hic est qui secus viam seminatus est.
20Das aber auf das Steinige gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und es alsbald aufnimmt mit Freuden;
20Qui autem super petrosa seminatus est, hic est qui verbum audit, et continuo cum gaudio accipit illud:
21aber er hat nicht Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch; wenn sich Trübsal und Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so ärgert er sich alsbald.
21non habet autem in se radicem, sed est temporalis: facta autem tribulatione et persecutione propter verbum, continuo scandalizatur.
22Das aber unter die Dornen gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort, und er bringt nicht Frucht.
22Qui autem seminatus est in spinis, hic est qui verbum audit, et sollicitudo sæculi istius, et fallacia divitiarum suffocat verbum, et sine fructu efficitur.
23Das aber in das gute Land gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und versteht es und dann auch Frucht bringt; und etlicher trägt hundertfältig, etlicher aber sechzigfältig, etlicher dreißigfältig.
23Qui vero in terram bonam seminatus est, hic est qui audit verbum, et intelligit, et fructum affert, et facit aliud quidem centesimum, aliud autem sexagesimum, aliud vero trigesimum.
24Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.
24Aliam parabolam proposuit illis, dicens: Simile factum est regnum cælorum homini, qui seminavit bonum semen in agro suo:
25Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.
25cum autem dormirent homines, venit inimicus ejus, et superseminavit zizania in medio tritici, et abiit.
26Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.
26Cum autem crevisset herba, et fructum fecisset, tunc apparuerunt et zizania.
27Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?
27Accedentes autem servi patrisfamilias, dixerunt ei: Domine, nonne bonum semen seminasti in agro tuo? unde ergo habet zizania?
28Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte: Willst du das wir hingehen und es ausjäten?
28Et ait illis: Inimicus homo hoc fecit. Servi autem dixerunt ei: Vis, imus, et colligimus ea?
29Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet.
29Et ait: Non: ne forte colligentes zizania, eradicetis simul cum eis et triticum.
30Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer.
30Sinite utraque crescere usque ad messem, et in tempore messis dicam messoribus: Colligite primum zizania, et alligate ea in fasciculos ad comburendum: triticum autem congregate in horreum meum.
31Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und säte es auf seinen Acker;
31Aliam parabolam proposuit eis dicens: Simile est regnum cælorum grano sinapis, quod accipiens homo seminavit in agro suo:
32welches ist das kleinste unter allem Samen; wenn er erwächst, so ist es das größte unter dem Kohl und wird ein Baum, daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen.
32quod minimum quidem est omnibus seminibus: cum autem creverit, majus est omnibus oleribus, et fit arbor, ita ut volucres cæli veniant, et habitent in ramis ejus.
33Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl vermengte, bis es ganz durchsäuert ward.
33Aliam parabolam locutus est eis: Simile est regnum cælorum fermento, quod acceptum mulier abscondit in farinæ satis tribus, donec fermentatum est totum.
34Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen,
34Hæc omnia locutus est Jesus in parabolis ad turbas: et sine parabolis non loquebatur eis:
35auf das erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.
35ut impleretur quod dictum erat per prophetam dicentem: Aperiam in parabolis os meum; eructabo abscondita a constitutione mundi.
36Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Geheimnis vom Unkraut auf dem Acker.
36Tunc, dimissis turbis, venit in domum: et accesserunt ad eum discipuli ejus, dicentes: Edissere nobis parabolam zizaniorum agri.
37Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist's, der da Guten Samen sät.
37Qui respondens ait illis: Qui seminat bonum semen, est Filius hominis.
38Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit.
38Ager autem est mundus. Bonum vero semen, hi sunt filii regnum. Zizania autem, filii sunt nequam.
39Der Feind, der sie sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.
39Inimicus autem, qui seminavit ea, est diabolus. Messis vero, consummatio sæculi est. Messores autem, angeli sunt.
40Gleichwie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's auch am Ende dieser Welt gehen:
40Sicut ergo colliguntur zizania, et igni comburuntur: sic erit in consummatione sæculi.
41des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da unrecht tun,
41Mittet Filius hominis angelos suos, et colligent de regno ejus omnia scandala, et eos qui faciunt iniquitatem:
42und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappen.
42et mittent eos in caminum ignis. Ibi erit fletus et stridor dentium.
43Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
43Tunc justi fulgebunt sicut sol in regno Patris eorum. Qui habet aures audiendi, audiat.
44Abermals ist gleich das Himmelreich einem verborgenem Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über denselben und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
44Simile est regnum cælorum thesauro abscondito in agro: quem qui invenit homo, abscondit, et præ gaudio illius vadit, et vendit universa quæ habet, et emit agrum illum.
45Abermals ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte.
45Iterum simile est regnum cælorum homini negotiatori, quærenti bonas margaritas.
46Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
46Inventa autem una pretiosa margarita, abiit, et vendidit omnia quæ habuit, et emit eam.
47Abermals ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, womit man allerlei Gattung fängt.
47Iterum simile est regnum cælorum sagenæ missæ in mare, et ex omni genere piscium congreganti.
48Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen werfen sie weg.
48Quam, cum impleta esset, educentes, et secus littus sedentes, elegerunt bonis in vasa, malos autem foras miserunt.
49Also wird es auch am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden
49Sic erit in consummatione sæculi: exibunt angeli, et separabunt malos de medio justorum,
50und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein.
50et mittent eos in caminum ignis: ibi erit fletus, et stridor dentium.
51Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, HERR.
51Intellexistis hæc omnia? Dicunt ei: Etiam.
52Da sprach er: Darum ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorträgt.
52Ait illis: Ideo omnis scriba doctus in regno cælorum, similis est homini patrifamilias, qui profert de thesauro suo nova et vetera.
53Und es begab sich, da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen
53Et factum est, cum consummasset Jesus parabolas istas, transiit inde.
54und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Schule, also auch, daß sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommt diesem solche Weisheit und Taten?
54Et veniens in patriam suam, docebat eos in synagogis eorum, ita ut mirarentur, et dicerent: Unde huic sapientia hæc, et virtutes?
55Ist er nicht eines Zimmermann's Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakob und Joses und Simon und Judas?
55Nonne hic est fabri filius? nonne mater ejus dicitur Maria, et fratres ejus, Jacobus, et Joseph, et Simon, et Judas?
56Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?
56et sorores ejus, nonne omnes apud nos sunt? unde ergo huic omnia ista?
57Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Hause.
57Et scandalizabantur in eo. Jesus autem dixit eis: Non est propheta sine honore, nisi in patria sua, et in domo sua.
58Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen.
58Et non fecit ibi virtutes multas propter incredulitatem illorum.
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