Micha Propheta
Chapter 7

Micha Propheta

Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Micha Propheta 7

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1[Væ mihi, quia factus sum sicut qui colligit in autumno racemos vindemiæ ! non est botrus ad comedendum, præcoquas ficus desideravit anima mea.
1Ach, es geht mir wie einem, der im Weinberge nachliest, da man keine Trauben findet zu essen, und wollte doch gerne die besten Früchte haben.
2Periit sanctus de terra, et rectus in hominibus non est: omnes in sanguine insidiantur; vir fratrem suum ad mortem venatur.
2Die frommen Leute sind weg in diesem Lande, und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten. Sie lauern alle auf Blut; ein jeglicher jagt den andern, daß er ihn verderbe,
3Malum manuum suarum dicunt bonum: princeps postulat, et judex in reddendo est; et magnus locutus est desiderium animæ suæ, et conturbaverunt eam.
3und meinen, sie tun wohl daran, wenn sie Böses tun. Was der Fürst will, das spricht der Richter, daß er ihm wieder einen Dienst tun soll. Die Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen, Schaden zu tun, und drehen's wie sie wollen.
4Qui optimus in eis est, quasi paliurus, et qui rectus, quasi spina de sepe. Dies speculationis tuæ, visitatio tua venit: nunc erit vastitas eorum.
4Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorn und der Redlichste wie eine Hecke. Aber wenn der Tag deiner Prediger kommen wird, wenn du heimgesucht sollst werden, da werden sie dann nicht wissen, wo aus.
5Nolite credere amico, et nolite confidere in duce: ab ea quæ dormit in sinu tuo custodi claustra oris tui.
5Niemand glaube seinem Nächsten, niemand verlasse sich auf einen Freund; bewahre die Tür deines Mundes vor der, die in deinen Armen schläft.
6Quia filius contumeliam facit patri, et filia consurgit adversus matrem suam: nurus adversus socrum suam, et inimici hominis domestici ejus.]
6Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter setzt sich wider die Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind sein eigenes Hausgesinde.
7[Ego autem ad Dominum aspiciam; exspectabo Deum, salvatorem meum: audiet me Deus meus.
7Ich aber will auf den HERRN schauen und des Gottes meines Heils warten; mein Gott wird mich hören.
8Ne læteris, inimica mea, super me, quia cecidi: consurgam cum sedero in tenebris: Dominus lux mea est.
8Freue dich nicht, meine Feindin, daß ich darniederliege! Ich werde wieder aufkommen; und so ich im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht.
9Iram Domini portabo, quoniam peccavi ei, donec causam meam judicet, et faciat judicium meum. Educet me in lucem: videbo justitiam ejus.
9Ich will des HERRN Zorn tragen, denn ich habe wider ihn gesündigt, bis er meine Sache ausführe und mir Recht schaffe; er wird mich ans Licht bringen, daß ich meine Lust an seiner Gnade sehe.
10Et aspiciet inimica mea, et operietur confusione, quæ dicit ad me: Ubi est Dominus Deus tuus? Oculi mei videbunt in eam: nunc erit in conculcationem ut lutum platearum.
10Meine Feindin wird's sehen müssen und mit aller Schande bestehen, die jetzt zu mir sagt: Wo ist der HERR, dein Gott? Meine Augen werden's sehen, daß sie dann wie Kot auf der Gasse zertreten wird.
11Dies, ut ædificentur maceriæ tuæ; in die illa longe fiet lex.
11Zu der Zeit werden deine Mauern gebaut werden, und Gottes Wort wird weit auskommen.
12In die illa et usque ad te veniet de Assur, et usque ad civitates munitas, et a civitatibus munitis usque ad flumen, et ad mare de mari, et ad montem de monte.
12Und zur selben Zeit werden sie von Assur und von den Städten Ägyptens zu dir kommen, von Ägypten bis an den Strom, von einem Meer zum andern, von einem Gebirge zum andern.
13Et terra erit in desolationem propter habitatores suos, et propter fructum cogitationum eorum.]
13Denn das Land wird wüst sein seiner Einwohner halben, um der Frucht willen ihrer Werke.
14[Pasce populum tuum in virga tua, gregem hæreditatis tuæ, habitantes solos, in saltu, in medio Carmeli. Pascentur Basan et Galaad juxta dies antiquos.
14Du aber weide dein Volk mit deinem Stabe, die Herde deines Erbteils, die da besonders wohnt im Walde, mitten auf dem Karmel; laß sie zu Basan und Gilead weiden wie vor alters.
15Secundum dies egressionis tuæ de terra Ægypti, ostendam ei mirabilia.
15Ich will sie Wunder sehen lassen gleichwie zur Zeit, da sie aus Ägyptenland zogen,
16Videbunt gentes, et confundentur super omni fortitudine sua. Ponent manum super os, aures eorum surdæ erunt.
16daß es die Heiden sehen und alle ihre Gewaltigen sich schämen sollen und ihre Hand auf ihren Mund legen und ihre Ohren zuhalten.
17Lingent pulverem sicut serpentes; velut reptilia terræ perturbabuntur in ædibus suis. Dominum Deum nostrum formidabunt, et timebunt te.
17Sie sollen Staub lecken wie die Schlangen und wie das Gewürm auf Erden zitternd hervorkommen aus ihren Burgen; sie werden sich fürchten vor dem HERRN, unserm Gott, und vor dir sich entsetzen.
18Quis, Deus, similis tui, qui aufers iniquitatem, et transis peccatum reliquiarum hæreditatis tuæ? Non immittet ultra furorem suum, quoniam volens misericordiam est.
18Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erläßt die Missetat den übrigen seines Erbteils, der seinen Zorn nicht ewiglich behält! denn er ist barmherzig.
19Revertetur, et miserebitur nostri; deponet iniquitates nostras, et projiciet in profundum maris omnia peccata nostra.
19Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Missetaten dämpfen und alle unsre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
20Dabis veritatem Jacob, misericordiam Abraham, quæ jurasti patribus nostris a diebus antiquis.]
20Du wirst dem Jakob die Treue und Abraham die Gnade halten, wie du unsern Vätern vorlängst geschworen hast.

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