Jeremiæ
Chapter 22
Clementine Vulgate, 1598
vs Lutherbibel 1912
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Jeremiæ 22

Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Hæc dicit Dominus: Descende in domum regis Juda, et loqueris ibi verbum hoc,
1So spricht der HERR: Gehe hinab in das Haus des Königs in Juda und rede daselbst dies Wort
2et dices: [Audi verbum Domini, rex Juda, qui sedes super solium David: tu et servi tui, et populus tuus, qui ingredimini per portas istas.
2und sprich: Höre des HERRN Wort, du König Juda's, der du auf dem Stuhl Davids sitzest, du und deine Knechte und dein Volk, die zu diesen Toren eingehen.
3Hæc dicit Dominus: Facite judicium et justitiam, et liberate vi oppressum de manu calumniatoris: et advenam, et pupillum, et viduam nolite contristare, neque opprimatis inique, et sanguinem innocentem ne effundatis in loco isto.
3So spricht der HERR: Haltet Recht und Gerechtigkeit, und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand, und schindet nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen, und tut niemand Gewalt, und vergießt nicht unschuldig Blut an dieser Stätte.
4Si enim facientes feceritis verbum istud, ingredientur per portas domus hujus reges sedentes de genere David super thronum ejus, et ascendentes currus et equos, ipsi, et servi, et populus eorum.
4Werdet ihr solches tun, so sollen durch die Tore dieses Hauses einziehen Könige die auf Davids Stuhl sitzen, zu Wagen und zu Rosse, samt ihren Knechten und ihrem Volk.
5Quod si non audieritis verba hæc: in memetipso juravi, dicit Dominus, quia in solitudinem erit domus hæc.
5Werdet ihr aber solchem nicht gehorchen, so habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, dies Haus soll zerstört werden.
6Quia hæc dicit Dominus super domum regis Juda: Galaad, tu mihi caput Libani, si non posuero te solitudinem, urbes inhabitabiles !
6Denn so spricht der HERR von dem Hause des Königs in Juda: Ein Gilead bist du mir, ein Haupt im Libanon. Was gilt's? ich will dich zur Wüste und die Einwohner ohne Städte machen.
7Et sanctificabo super te, interficientem virum et arma ejus: et succident electas cedros tuas, et præcipitabunt in ignem.
7Denn ich habe den Verderber über dich bestellt, einen jeglichen mit seinen Waffen; die sollen deine auserwählten Zedern umhauen und ins Feuer werfen.
8Et pertransibunt gentes multæ per civitatem hanc, et dicet unusquisque proximo suo: Quare fecit Dominus sic civitati huic grandi?
8So werden viele Heiden vor dieser Stadt vorübergehen und untereinander sagen: Warum hat der HERR mit dieser großen Stadt also gehandelt?
9Et respondebunt: Eo quod dereliquerint pactum Domini Dei sui, et adoraverint deos alienos, et servierint eis.
9Und man wird antworten: Darum daß sie den Bund des HERRN, ihres Gottes, verlassen und andere Götter angebetet und ihnen gedient haben.
10Nolite flere mortuum, neque lugeatis super eum fletu: plangite eum qui egreditur, quia non revertetur ultra, nec videbit terram nativitatis suæ.
10Weinet nicht über die Toten und grämet euch nicht darum; weinet aber über den, der dahinzieht; denn er wird nimmer wiederkommen, daß er sein Vaterland sehen möchte.
11Quia hæc dicit Dominus ad Sellum, filium Josiæ, regem Juda, qui regnavit pro Josia patre suo, qui egressus est de loco isto: Non revertetur huc amplius,
11Denn so spricht der HERR von Sallum, dem Sohn Josias, des Königs in Juda, welcher König ist anstatt seines Vaters Josia, der von dieser Stätte hinausgezogen ist: Er wird nicht wieder herkommen,
12sed in loco ad quem transtuli eum, ibi morietur, et terram istam non videbit amplius.
12sondern muß sterben an dem Ort, dahin er gefangen geführt ist, und wird dies Land nicht mehr sehen.
13Væ qui ædificat domum suam in injustitia, et cœnacula sua non in judicio: amicum suum opprimet frustra, et mercedem ejus non reddet ei:
13Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten läßt und gibt ihm seinen Lohn nicht
14qui dicit: Ædificabo mihi domum latam, et cœnacula spatiosa: qui aperit sibi fenestras et facit laquearia cedrina, pingitque sinopide.
14und denkt: “Wohlan, ich will mir ein großes Haus bauen und weite Gemächer!” und läßt sich Fenster drein hauen und es mit Zedern täfeln und rot malen!
15Numquid regnabis quoniam confers te cedro? pater tuus numquid non comedit et bibit, et fecit judicium et justitiam tunc cum bene erat ei?
15Meinst du, du wollest König sein, weil du mit Zedern prangst? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken und hielt dennoch über Recht und Gerechtigkeit, und es ging ihm wohl?
16Judicavit causam pauperis et egeni in bonum suum: numquid non ideo quia cognovit me? dicit Dominus.
16Er half dem Elenden und Armen zum Recht, und es ging ihm wohl. Ist's nicht also, daß solches heißt, mich recht erkennen? spricht der HERR.
17Tui vero oculi et cor ad avaritiam, et ad sanguinem innocentem fundendum, et ad calumniam, et ad cursum mali operis.
17Aber deine Augen und dein Herz stehen nicht also, sondern auf deinen Geiz, auf unschuldig Blut zu vergießen, zu freveln und unterzustoßen.
18Propterea hæc dicit Dominus ad Joakim, filium Josiæ, regem Juda: Non plangent eum: Væ frater ! et væ soror ! non concrepabunt ei: Væ domine ! et væ inclyte !
18Darum spricht der HERR von Jojakim, dem Sohn Josias, dem König Juda's: Man wird ihn nicht beklagen: “Ach Bruder! ach Schwester!”, man wird ihn auch nicht beklagen: “Ach Herr! ach Edler!”
19Sepultura asini sepelietur, putrefactus et projectus extra portas Jerusalem.]
19Er soll wie ein Esel begraben werden, zerschleift und hinausgeworfen vor die Tore Jerusalems.
20[Ascende Libanum, et clama, et in Basan da vocem tuam: et clama ad transeuntes, quia contriti sunt omnes amatores tui.
20Gehe hinauf auf den Libanon und schreie und laß dich hören zu Basan und schreie von Abarim; denn alle deine Liebhaber sind zunichte gemacht.
21Locutus sum ad te in abundantia tua, et dixisti: Non audiam: hæc est via tua ab adolescentia tua, quia non audisti vocem meam.
21Ich habe dir's vorhergesagt, da es noch wohl um dich stand; aber du sprachst: “Ich will nicht hören.” Also hast du dein Lebtage getan, daß du meiner Stimme nicht gehorchtest.
22Omnes pastores tuos pascet ventus, et amatores tui in captivitatem ibunt: et tunc confunderis, et erubesces ab omni malitia tua.
22Alle deine Hirten wird der Wind weiden, und deine Liebhaber ziehen gefangen dahin; da mußt du zum Spott und zu Schanden werden um aller deiner Bosheit willen.
23Quæ sedes in Libano, et nidificas in cedris, quomodo congemuisti cum venissent tibi dolores, quasi dolores parturientis?
23Die du jetzt auf dem Libanon wohnest und in Zedern nistest, wie schön wirst du sehen, wenn dir Schmerzen und Wehen kommen werden wie einer in Kindsnöten!
24Vivo ego, dicit Dominus, quia si fuerit Jechonias filius Joakim regis Juda annulus in manu dextera mea, inde evellam eum,
24So wahr ich lebe, spricht der HERR, wenn Chonja, der Sohn Jojakims, der König Juda's, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand, so wollte ich dich doch abreißen
25et dabo te in manu quærentium animam tuam, et in manu quorum tu formidas faciem, et in manu Nabuchodonosor regis Babylonis, et in manu Chaldæorum:
25und in die Hände geben derer, die nach deinem Leben stehen und vor welchen du dich fürchtest, in die Hände Nebukadnezars, des Königs zu Babel, und der Chaldäer.
26et mittam te, et matrem tuam quæ genuit te, in terram alienam, in qua nati non estis, ibique moriemini.
26Und ich will dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land treiben, das nicht euer Vaterland ist, und sollt daselbst sterben.
27Et in terram ad quam ipsi levant animam suam ut revertantur illuc, non revertentur.
27Und in das Land, da sie von Herzen gern wieder hin wären, sollen sie nicht wiederkommen.
28Numquid vas fictile atque contritum vir iste Jechonias? numquid vas absque omni voluptate? quare abjecti sunt ipse et semen ejus, et projecti in terram quam ignoraverunt?
28Wie ein elender, verachteter, verstoßener Mann ist doch Chonja! ein unwertes Gefäß! Ach wie ist er doch samt seinem Samen so vertrieben und in ein unbekanntes Land geworfen!
29Terra, terra, terra, audi sermonem Domini.
29O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!
30Hæc dicit Dominus: Scribe virum istum sterilem, virum qui in diebus suis non prosperabitur: nec enim erit de semine ejus vir qui sedeat super solium David, et potestatem habeat ultra in Juda.]
30So spricht der HERR: Schreibet an diesen Mann als einen, der ohne Kinder ist, einen Mann, dem es sein Lebtage nicht gelingt. Denn er wird das Glück nicht haben, daß jemand seines Samens auf dem Stuhl Davids sitze und fürder in Juda herrsche.

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