Jeremiæ 13
Clementine Vulgate, 1598Translation
Clementine Vulgate, 1598
Lutherbibel 1912
1Hæc dicit Dominus ad me: Vade, et posside tibi lumbare lineum, et pones illud super lumbos tuos, et in aquam non inferes illud.
1So spricht der HERR zu mir: Gehe hin und kaufe dir einen leinenen Gürtel und gürte damit deine Lenden und mache ihn nicht naß.
2Et possedi lumbare juxta verbum Domini, et posui circa lumbos meos.
2Und ich kaufte einen Gürtel nach dem Befehl des HERRN und gürtete ihn um meine Lenden.
3Et factus est sermo Domini ad me secundo, dicens:
3Da geschah des HERRN Wort zum andernmal zu mir und sprach:
4Tolle lumbare quod possedisti, quod est circa lumbos tuos: et surgens vade ad Euphraten, et absconde ibi illud in foramine petræ.
4Nimm den Gürtel, den du gekauft und um deine Lenden gegürtet hast, und mache dich auf und gehe hin an den Euphrat und verstecke ihn daselbst in einem Steinritz.
5Et abii, et abscondi illud in Euphrate, sicut præceperat mihi Dominus.
5Ich ging hin und versteckte ihn am Euphrat, wie mir der HERR geboten hatte.
6Et factum est post dies plurimos, dixit Dominus ad me: Surge, vade ad Euphraten, et tolle inde lumbare quod præcepi tibi ut absconderes illud ibi.
6Nach langer Zeit aber sprach der HERR zu mir: Mache dich auf und hole den Gürtel wieder, den ich dich hieß daselbst verstecken.
7Et abii ad Euphraten, et fodi, et tuli lumbare de loco ubi absconderam illud: et ecce computruerat lumbare, ita ut nulli usui aptum esset.
7Ich ging hin an den Euphrat und grub auf und nahm den Gürtel von dem Ort, dahin ich ihn versteckt hatte; und siehe, der Gürtel war verdorben, daß er nichts mehr taugte.
8Et factum est verbum Domini ad me, dicens:
8Da geschah des HERRN Wort zu mir und sprach:
9[Hæc dicit Dominus: Sic putrescere faciam superbiam Juda, et superbiam Jerusalem multam:
9So spricht der HERR: Eben also will ich auch verderben die große Hoffart Juda's und Jerusalems.
10populum istum pessimum qui nolunt audire verba mea, et ambulant in pravitate cordis sui, abieruntque post deos alienos ut servirent eis et adorarent eos: et erunt sicut lumbare istud, quod nulli usui aptum est.
10Das böse Volk, das meine Worte nicht hören will, sondern gehen hin nach Gedünken ihres Herzens und folgen andern Göttern, daß sie ihnen dienen und sie anbeten: sie sollen werden wie der Gürtel, der nichts mehr taugt.
11Sicut enim adhæret lumbare ad lumbos viri, sic agglutinavi mihi omnem domum Israël, et omnem domum Juda, dicit Dominus, ut essent mihi in populum, et in nomen, et in laudem, et in gloriam: et non audierunt.]
11Denn gleichwie ein Mann den Gürtel um seine Lenden bindet, also habe ich, spricht der HERR, das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda um mich gegürtet, daß sie mein Volk sein sollten, mir zu einem Namen, zu Lob und Ehren; aber sie wollen nicht hören.
12Dices ergo ad eos sermonem istum: [Hæc dicit Dominus Deus Israël: Omnis laguncula implebitur vino.] Et dicent ad te: [Numquid ignoramus quia omnis laguncula implebitur vino?]
12So sage ihnen nun dies Wort: So spricht der HERR, der Gott Israels: Es sollen alle Krüge mit Wein gefüllt werden. So werden sie zu dir sagen: Wer weiß das nicht, daß man alle Krüge mit Wein füllen soll?
13Et dices ad eos: [Hæc dicit Dominus: Ecce ego implebo omnes habitatores terræ hujus, et reges qui sedent de stirpe David super thronum ejus, et sacerdotes, et prophetas, et omnes habitatores Jerusalem, ebrietate.
13So sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Siehe, ich will alle, die in diesem Lande wohnen, die Könige, die auf dem Stuhl Davids sitzen, die Priester und Propheten und alle Einwohner zu Jerusalem füllen, daß sie trunken werden sollen;
14Et dispergam eos virum a fratre suo, et patres et filios pariter, ait Dominus. Non parcam, et non concedam: neque miserebor, ut non disperdam eos.
14und will einen mit dem andern, die Väter samt den Kindern, verstreuen, spricht der HERR; und will weder schonen noch übersehen noch barmherzig sein über ihrem Verderben.
15Audite, et auribus percipite: nolite elevari, quia Dominus locutus est.
15So höret nun und merket auf und trotzt nicht; denn der HERR hat's geredet.
16Date Domino Deo vestro gloriam antequam contenebrescat, et antequam offendant pedes vestri ad montes caliginosos: exspectabitis lucem, et ponet eam in umbram mortis, et in caliginem.
16Gebet dem HERRN, eurem Gott, die Ehre, ehe denn es finster werde, und ehe eure Füße sich an den dunklen Bergen stoßen, daß ihr des Lichts wartet, so er's doch gar finster und dunkel machen wird.
17Quod si hoc non audieritis, in abscondito plorabit anima mea a facie superbiæ: plorans plorabit, et deducet oculus meus lacrimam, quia captus est grex Domini.
17Wollt ihr aber solches nicht hören, so muß meine Seele heimlich weinen über solche Hoffart; meine Augen müssen von Tränen fließen, daß des HERRN Herde gefangen wird.
18Dic regi et dominatrici: Humiliamini, sedete, quoniam descendit de capite vestro corona gloriæ vestræ.
18Sage dem König und der Königin: Setzt euch herunter; denn die Krone der Herrlichkeit ist euch von eurem Haupt gefallen.
19Civitates austri clausæ sunt, et non est qui aperiat: translata est omnis Juda transmigratione perfecta.
19Die Städte gegen Mittag sind verschlossen, und ist niemand, der sie auftue; das ganze Juda ist rein weggeführt.
20Levate oculos vestros et videte, qui venitis ab aquilone: ubi est grex qui datus est tibi, pecus inclytum tuum?
20Hebt eure Augen auf und sehet, wie sie von Mitternacht daherkommen. Wo ist nun die Herde, so dir befohlen war, deine herrliche Herde?
21Quid dices cum visitaverit te? tu enim docuisti eos adversum te, et erudisti in caput tuum. Numquid non dolores apprehendent te, quasi mulierem parturientem?
21Was willst du sagen, wenn er dich so heimsuchen wird? Denn du hast sie so gewöhnt wider dich, daß sie Fürsten und Häupter sein wollen. Was gilt's? es wird dich Angst ankommen wie ein Weib in Kindsnöten.
22Quod si dixeris in corde tuo: Quare venerunt mihi hæc? propter multitudinem iniquitatis tuæ revelata sunt verecundiora tua, pollutæ sunt plantæ tuæ.
22Und wenn du in deinem Herzen sagen willst: “Warum begegnet doch mir solches?” Um der Menge willen deiner Missetaten sind dir deine Säume aufgedeckt und ist deinen Fersen Gewalt geschehen.
23Si mutare potest Æthiops pellem suam, aut pardus varietates suas, et vos poteritis benefacere, cum didiceritis malum.
23Kann auch ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Parder seine Flecken? So könnt ihr auch Gutes tun, die ihr des Bösen gewohnt seid.
24Et disseminabo eos quasi stipulam quæ vento raptatur in deserto.
24Darum will ich sie zerstreuen wie Stoppeln, die vor dem Winde aus der Wüste verweht werden.
25Hæc sors tua, parsque mensuræ tuæ a me, dicit Dominus, quia oblita es mei, et confisa es in mendacio.
25Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den ich dir zugemessen habe, spricht der HERR. Darum daß du mein vergessen hast und verlässest dich auf Lügen,
26Unde et ego nudavi femora tua contra faciem tuam, et apparuit ignominia tua:
26so will ich auch deine Säume hoch aufdecken, daß man deine Schande sehen muß.
27adulteria tua, et hinnitus tuus, scelus fornicationis tuæ: super colles in agro vidi abominationes tuas. Væ tibi, Jerusalem ! non mundaberis post me: usquequo adhuc?]
27Denn ich habe gesehen deine Ehebrecherei, dein Geilheit, deine freche Hurerei, ja, deine Greuel auf Hügeln und auf Äckern. Weh dir, Jerusalem! Wann wirst du doch endlich rein werden?
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