Prediger
Chapter 8
Lutherbibel 1912
vs Clementine Vulgate…
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Prediger 8

Lutherbibel 1912Translation
Lutherbibel 1912
Clementine Vulgate, 1598
1Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht; aber ein freches Angesicht wird gehaßt.
1[Sapientia hominis lucet in vultu ejus, et potentissimus faciem illius commutabit.
2Halte das Wort des Königs und den Eid Gottes.
2Ego os regis observo, et præcepta juramenti Dei.
3Eile nicht zu gehen von seinem Angesicht, und bleibe nicht in böser Sache; denn er tut, was er will.
3Ne festines recedere a facie ejus, neque permaneas in opere malo: quia omne quod voluerit faciet.
4In des Königs Wort ist Gewalt; und wer mag zu ihm sagen: Was machst du?
4Et sermo illius potestate plenus est, nec dicere ei quisquam potest: Quare ita facis?
5Wer das Gebot hält, der wird nichts Böses erfahren; aber eines Weisen Herz weiß Zeit und Weise.
5Qui custodit præceptum non experietur quidquam mali. Tempus et responsionem cor sapientis intelligit.
6Denn ein jeglich Vornehmen hat seine Zeit und Weise; denn des Unglücks des Menschen ist viel bei ihm.
6Omni negotio tempus est, et opportunitas: et multa hominis afflictio,
7Denn er weiß nicht, was geschehen wird; und wer soll ihm sagen, wie es werden soll?
7quia ignorat præterita, et futura nullo scire potest nuntio.
8Ein Mensch hat nicht Macht über den Geist, den Geist zurückzuhalten, und hat nicht Macht über den Tag des Todes, und keiner wird losgelassen im Streit; und das gottlose Wesen errettet den Gottlosen nicht.
8Non est in hominis potestate prohibere spiritum, nec habet potestatem in die mortis: nec sinitur quiescere ingruente bello, neque salvabit impietas impium.]
9Das habe ich alles gesehen, und richtete mein Herz auf alle Werke, die unter der Sonne geschehen. Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück.
9[Omnia hæc consideravi, et dedi cor meum in cunctis operibus quæ fiunt sub sole. Interdum dominatur homo homini in malum suum.
10Und da sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen; aber es wandelten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt die, so recht getan hatten. Das ist auch eitel.
10Vidi impios sepultos, qui etiam cum adhuc viverent in loco sancto erant, et laudabantur in civitate quasi justorum operum. Sed et hoc vanitas est.
11Weil nicht alsbald geschieht ein Urteil über die bösen Werke, dadurch wird das Herz der Menschen voll, Böses zu tun.
11Etenim quia non profertur cito contra malos sententia, absque timore ullo filii hominum perpetrant mala.
12Ob ein Sünder hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, daß es wohl gehen wird denen, die Gott fürchten, die sein Angesicht scheuen.
12Attamen peccator ex eo quod centies facit malum, et per patientiam sustentatur; ego cognovi quod erit bonum timentibus Deum, qui verentur faciem ejus.
13Aber dem Gottlosen wird es nicht wohl gehen; und wie ein Schatten werden nicht lange leben, die sich vor Gott nicht fürchten.
13Non sit bonum impio, nec prolongentur dies ejus, sed quasi umbra transeant qui non timent faciem Domini.
14Es ist eine Eitelkeit, die auf Erden geschieht: es sind Gerechte, denen geht es als hätten sie Werke der Gottlosen, und sind Gottlose, denen geht es als hätten sie Werke der Gerechten. Ich sprach: Das ist auch eitel.
14Est et alia vanitas quæ fit super terram: sunt justi quibus mala proveniunt quasi opera egerint impiorum: et sunt impii qui ita securi sunt quasi justorum facta habeant. Sed et hoc vanissimum judico.
15Darum lobte ich die Freude, daß der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne denn essen und trinken und fröhlich sein; und solches werde ihm von der Arbeit sein Leben lang, das ihm Gott gibt unter der Sonne.
15Laudavi igitur lætitiam; quod non esset homini bonum sub sole, nisi quod comederet, et biberet, atque gauderet, et hoc solum secum auferret de labore suo, in diebus vitæ suæ quos dedit ei Deus sub sole.
16Ich gab mein Herz, zu wissen die Weisheit und zu schauen die Mühe, die auf Erden geschieht, daß auch einer weder Tag noch Nacht den Schlaf sieht mit seinen Augen.
16Et apposui cor meum ut scirem sapientiam, et intelligerem distentionem quæ versatur in terra. Est homo qui diebus et noctibus somnum non capit oculis.
17Und ich sah alle Werke Gottes, daß ein Mensch das Werk nicht finden kann, das unter der Sonne geschieht; und je mehr der Mensch arbeitet, zu suchen, je weniger er findet. Wenn er gleich spricht: “Ich bin weise und weiß es”, so kann er's doch nicht finden.
17Et intellexi quod omnium operum Dei nullam possit homo invenire rationem eorum quæ fiunt sub sole; et quanto plus laboraverit ad quærendum, tanto minus inveniat: etiam si dixerit sapiens se nosse, non poterit reperire.]

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